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Dr. Christiane Druml Geschäftsführerin der Ethik-Kommission der Medizinischen Universität Wien sowie der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt
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Dr. Christiane Druml Geschäftsführerin der Ethik-Kommission der Medizinischen Universität Wien sowie der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt

 
Gesundheitspolitik 3. April 2009

Aufschwung für embryonale Stammzellforschung ist in Aussicht.

Die Forschung an humanen embryonalen Stammzellen ist in Österreich halbherzig geregelt. Die USA haben aufgezeigt, in welche Richtung es gehen kann.

Die Mehrheit der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt hält diese Forschung für moralisch grundsätzlich legitim und förderungswürdig. Zudem sollten die rechtlichen Freiräume der Forschung an embryonalen Stammzellen und deren Import aus dem Ausland nicht eingeschränkt werden – auch nicht durch eine „Stichtagsregelung“. Ebenso wenig sollten Bereiche wie das therapeutische Klonen und der Einsatz von Hybriden im Labor eingeschränkt werden, sofern eine Implantation in den Körper einer Frau rechtlich ausgeschlossen wird.

Um eine strenge Kontrolle der Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen zu gewährleisten, sind sowohl eine eigene Kommission als auch ein Register einzurichten. Die Herstellung von menschlichen Embryonen ausschließlich für Forschungszwecke sollte verboten werden. Weiters ist die freiwillige Einwilligung der Person, von der überzählige, nicht mehr für die Fortpflanzung verwendete Keimzellen stammen, eine unverzichtbare Voraussetzung für diese Forschung. All diese Bereiche sollten in einem eigenständigen Gesetz geregelt werden. Für einige Zeit ist zudem eine parallele Forschungstätigkeit nötig, mit dem Ziel, zu klären, ob adulte Stammzellen eine Alternative zu embryonalen Stammzellen darstellen.

Die Stellungnahme der Bioethikkommission enthält einen von allen Mitgliedern einstimmig beschlossenen Einleitungsteil, die Empfehlungen der Mehrheitsposition und die Empfehlungen der Minderheitsposition. Wenn 17 von 22 Mitgliedern etwas befürworten, kann dies als Konsensus gewertet werden, der auch nach außen hin als solcher dargestellt werden kann.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Forschung an embryonalen Stammzellen bleibt umstritten

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 14/2009

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