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Gesundheitspolitik 21. September 2011

Psychisch kranke Kinder: Versorgung "dramatisch schlecht"

Rund zehn Prozent brauchen Behandlung – Kassenstellen fehlen aber, deshalb spricht sich die Österreichischen Ärztekammer für eine flächendeckende Versorgung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher aus. Die Situation sei dramatisch schlecht, schlug Kurienobmann Günther Wawrowsky am Mittwoch in einer Aussendung Alarm.

"Blockadehaltung" der Versicherungsträger

Wawrowsky forderte den Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger auf, seine Blockadehaltung hinsichtlich eines niederschwelligen Zugangs zu einer zeitgemäßen kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung aufzugeben.

„Wir wissen, dass knapp zehn Prozent der österreichischen Kinder und Jugendlichen im Alter bis zu 18 Jahren beratungs- bzw. behandlungsbedürftig sind. Das sind rund 180.000 junge Menschen“, . Durch eine rechtzeitige Behandlung könne viel Leid vermieden werden, auch Folgeerkrankungen könnten deutlich reduziert werden: von Ängsten über Aufmerksamkeitsdefizite, Essund Entwicklungsstörungen bis hin zu Psychosen und Depressionen.

Wahlärzte für sozial Schwache zu teuer

Positiv hebt der Bundeschef der niedergelassenen Ärzte hervor, dass die Versicherungsanstalt der Eisenbahner nunmehr eine angemessene Versorgung vorgesehen habe. Allerdings habe sich der Hauptverband bisher quergelegt. Erkrankte Kinder und Jugendliche hätten ein Anrecht auf professionelle Hilfe.

Wahlärztinnen und –ärzte seien vor allem für sozial Schwache zu teuer. Daher müssten dringend zusätzliche Kassenstellen für Kinder- und Jugendpsychiatrie geschaffen werden. „Das ist ein gesellschaftlicher Auftrag, dem sich auch der Hauptverband nicht entziehen darf“, appellierte Wawrowsky abschließend an die Entscheidungsträger.

ÖÄK/sl/AN

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