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Gesundheitspolitik 20. September 2011

"Medizin wird weiblich"- Änderungen nötig

Frauen sind in den heimischen Spitälern auf dem Vormarsch, von einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei man aber noch weit entfernt, so Harald Mayer Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Deshalb müssten die Arbeitsbedingungen in den Spitälern rasch an den stetig wachsenden Frauenanteil angepasst werden.

Kinderbetreuung und höhere Flexibilität

Beispiele dafür wären flexiblere Arbeitszeiten, eine gezielte Förderung von hochqualifizierten Spitalsärztinnen und rund um die Uhr geöffnete Kinderbetreuungseinrichtungen: „Im Turnus stellen Frauen mit 62 Prozent bereits die überwiegende Mehrheit der Auszubildenden, und auch in den einzelnen Fächern holen die Kolleginnen auf“, betonte Mayer. Gleichzeitig müssten sich aber viele Ärztinnen noch immer für Beruf oder Familie entscheiden, da beides nur schwer unter einen Hut zu bringen sei.

Auch Turnus betroffen

"Mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 54 Stunden ist es nahezu unmöglich, sich neben dem Beruf auch noch einer Familie zu widmen. Flexible Arbeitszeitmodelle können hier Abhilfe schaffen. Ansonsten wird die Vereinbarkeit von Karriere und Familie nicht möglich sein."

Diese Problematik betreffe auch den Turnus – eine Schwangerschaft während der Ausbildung bedeute oftmals eine Unterbrechung des Turnus für mehrere Jahre. „Die Kolleginnen verlieren dadurch leicht den beruflichen Anschluss“, warnte Mayer.

In Deutschland gäbe es Krankenhäuser, deren Betriebskindergärten erstens über genügend Plätze verfügen und die zweitens länger geöffnet hätten, vergleicht Mayer de Situation mit anderen Ländern.

ÖÄK/sI/red

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