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Foto: ©iStockphoto.comayzek / photos.com / Ärzte-Woche-Montage
 
Gesundheitspolitik 7. September 2011

Ärzte-GmbH: Mehr als eine Frage der Zeit

Schon ein Jahr ist seit Einführung der Ärzte-GmbH vergangen, dennoch wurde bislang nur eine einzige Gruppenpraxis eröffnet. Diese Bilanz ist ernüchternd, es fehlt am Umsetzungswillen.

Gesundheitspolitiker und -ökonomen sehen in der Stärkung des niedergelassenen Bereichs eine Grundbedingung für eine nachhaltige Effizienzsteigerung bei gleichzeitiger Kosteneindämmung des Gesundheitssystems. Als wesentliche Bausteine auf diesem Weg werden extramurale Kooperationen gesehen. Um deren Entwicklung zu fördern und den Ärzten ein geeignetes Geschäftsmodell in die Hand zu geben, wurde die Ärzte-GmbH ins Leben gerufen. Dieses Ziel wurde – zumindest bisher – eindeutig verfehlt, aus Mangel an Interesse.

Österreichweit gibt es aktuell eine einzige Ärzte-GmbH, eine orthopädische Gruppenpraxis mit Sitz in Wien. In den meisten Bundesländern wurden noch nicht einmal die rechtlich notwendigen Schritte umgesetzt. Schuld an der Misere will natürlich niemand sein, die Verantwortung wird lieber zwischen den ehemaligen Verhandlungspartnern hin und her geschoben.

Bundesminister Stöger sieht in der Einstellung der Ärzte mit ihrem traditionellen Rollenverhalten eine Ursache für den zögerlichen Start und fordert zudem die Verhandlungspartner – Ärztekammer und Hauptverband – zum raschen Abschluss der nach wie vor fehlenden Grundverträge in acht Bundesländern ein.

Der Hauptverband wehrt sich gegen das Bremser-Image und verweist auf die Ärztekammer. Diese gibt das Kompliment postwendend retour und bezeichnet ihrerseits die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen als dringend reformbedürftig. Womit sich der Kreis wieder schließt. Schließlich will keiner den „Schwarzen Peter“.

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Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Unsere Erwartungen waren groß, die Jahresbeilanz ist abe rmehr als ernüchternd."
Interesse hält sich in Grenzen
MR Dr. Walter Dorner Präsident der Österreichischen Ärztekammer
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Standpunkt 2
"Für Ärzte - und zu einem hohen Anteil für Ärztinnen - birgt die GmbH große Chancen."
Unbestreitbare Vorteile
Alois Stöger Bundesminister für Gesundheit
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Standpunkt 3
"Die Verbesserung der Patientenversorgung muss im Mittelpunkt stehen."
Schwer nachvollziehbar
Dr. Martin Gleitsmann Wirtschaftskammer Österreich, Abteilungsleiter für Sozialpolitik und Gesundheit
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 36 /2011

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