Nach der Sommerpause geht die Diskussion um e-Medikation und ELGA weiter. Gestern Abend lud Ärztekammerpräsident Walter Dorner zum  informellen Gespräch und erklärte warum die Ärzte weder ELGA, noch der e-Medikation zustimmen können. Trotzdem gibt er sich gesprächsbereit . Für kommende Woche ist ein Round Table mit dem Gesundheitsminister und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger geplant. e-Medikation, eine Posse "/>
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Gesundheitspolitik 2. September 2011

ELGA: "Wir lassen uns nicht kontrollieren“

Nach der Sommerpause geht die Diskussion um e-Medikation und ELGA weiter. Gestern Abend lud Ärztekammerpräsident Walter Dorner zum  informellen Gespräch und erklärte warum die Ärzte weder ELGA, noch der e-Medikation zustimmen können. Trotzdem gibt er sich gesprächsbereit. Für kommende Woche ist ein Round Table mit dem Gesundheitsminister und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger geplant.

e-Medikation, eine Posse

Es war ein mediales Sommertheater, das sich rund um das Pilotprojekt e-Medikation in mehreren Akten durch die Sommerpresse spielte. In den Hauptrollen ein ungleiches Paar mit unterschiedlichen Interessen: Die Ärztekammer auf der einen Seite und Hauptverband der Sozialversicherungsträger auf der anderen. Dazwischen: das Projekt e-Medikation, ELGA und der Gesundheitsminister.

Erster Akt – Das Urteil

Zum Auftakt im Mai urteilte das Bundesvergabeamt eine „rechtswidrige Vergabe bei drei Softwareherstellern“. Die Ärztekammer, die gerade einmal knappe 6 Wochen am Pilotprojekt e-Medikation teilnahm, witterte die Chance sich dem ungeliebten Kontrollversuchen in Sachen Medikation des Hauptverbandes doch noch zu entziehen. Und reagierte prompt mit einem Boykott: Die Ärzte wurden aufgefordert nicht mehr am Pilotprojekt teilzunehmen.

Zweiter Akt – Die Verwirrung

Was folgte waren viele Argumente, ohne direkter Kommunikation: Die Ärztekammer wollte die rechtlichen Fragen geklärt wissen. Eine Beschwerde der Wiener Ärztekammer zur fragwürdigen Auftragsvergabe wurde bei der EU-Kommission eingebracht. Die alten Argumente, wie die fehlende Datensicherheit und die nicht geklärte Haftungsfrage wurden wieder auf den Tisch gelegt.

Der "Partner" Hauptverband wollte einseitig einlenken, und ließ über die Medien ausrichten: Alle rechtlichen Fragen seien geklärt und die Ärzte könnten die Blockade aufgeben. So einfach ging das aber nicht.

Die Ärzte blieben beim Boykott und forderten die Zusicherung des Gesundheitsministers zu ihrer "rechtlichen Sicherheit". Der Minister zeigte sich im „Presse“-Interview ob des weiter bestehenden Boykotts verärgert, betonte aber, dass die flächendeckende Umsetzung der e-Medikation trotzdem mit Sommer 2012 kommen werde. Die Zeitung selbst spracht vom drohenden "Fiasko" e-Medikation.

Dritter Akt – Das große Finale

Jetzt fordert der Ärztekammerpräsident den Gesundheitsminster auf, zu handeln. "Bei ELGA und e-Medikation geht es nur um wirtschaftliche Interessen und die Kontrolle durch den Hauptverband. Der Patient mit seinen individuellen Bedürfnissen wird völlig außer acht gelassen. Das können wir uns nicht gefallen lassen", so Walter Dorner gestern zum Auftakt des dritten Aktes.

Nächste Woche wird der Auftritt beim Gesundheitsminister folgen, wenn sich alle Beteiligten erstmals wieder zu gemeinsamen Gesprächen an einen Tisch setzen werden. SpringerMedizin.at wird weiter berichten.


Was bisher geschah?
Nachzulesen im Schwerpunkt e-Medikation auf SpringerMedzin.at

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