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Gesundheitspolitik 25. August 2011

Empörte Ärzte: "Doppelmoral" bei VKI - Erhebung

Privatpatienten werden bei der Vergabe von OP-Terminen noch immer bevorzugt, hieß es gestern. Heute wehren sich die Ärzte und stellen fest: Es gibt keine 2-Klassen-Medizin in Österreich: Denn der OP- Wartezeitentest des Vereins für Konsumenteninformation zeichnet ein verzerrtes Bild: Privatversicherte Patienten würden dem Gesundheitssystem mehr als 1 Milliarde jährlich bringen, zusätzlich seien die Wartezeiten bei Katarakt-Operationen irrelevant, argumentieren die Ärzte.

Privatpatienten tragen zur Finanzierung bei

Der stellvertretende Bundesobmann der angestellten Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Robert Hawliczek, weist die Empörung über die angebliche Zwei-Klassen-Medizin bei Operationen gegen den Grauen Star als „Doppelmoral“ zurück. Denn privat zusatzversicherte Patienten würden mit deutlich mehr als einer Milliarde Euro jährlich entscheidend zur Finanzierung österreichischer Krankenanstalten beitragen. „Das ist gut so, denn mehr Einnahmen bedeuten mehr Qualität und Kapazität und somit auch kürzere Wartezeiten – und zwar für alle, auch für Pflichtversicherte“, so Hawliczek am Donnerstag in einer Aussendung.

"Beweise auf den Tisch legen"

Im Vorwurf, eine vom Patienten zu bezahlende Voruntersuchung in der Privatordination des Primars zeitige frühere OP-Termine, sieht Hawliczek eine Wahrnehmung des VKI, mit der man sich auseinander setzen werde, sobald Beweise auf dem Tisch lägen. Plausibel sind diese Vorhaltungen für den Ärztevertreter jedenfalls nicht, da Operationen durch den Chef in einem öffentlichen Spital sogar längere Wartezeiten mit sich bringen könnten, weil Primarärzte in der Regel ungleich mehr Verpflichtungen hätten als andere Fachärzte.

Bei wichtigen OP´s keine Vorreihung 

Zur Studie selbst meint Hawliczek, es sei verzerrend, dass ausgerechnet die OP-Termin-Vergabe bei Grauem Star untersucht wurde. Katarakt entwickle sich langsam über Jahre, sodass die zitierten Wartezeiten medizinisch irrelevant seien. Das gelte in der Regel auch für die im gleichen Zusammenhang immer wieder bemühten Hüft- oder Kniegelenksoperationen, wo es allerdings auch schmerzhafte Ausnahmen gebe.

Handle es sich z.B. um Schmerzen oder Krebsoperationen, wäre es ethisch völlig unvertretbar, Privatversicherte vorzureihen. Das passiere in Österreich auch nachweislich nicht – im Gegensatz zu anderen Ländern.

Presseaussendung ÖÄK/red

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