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Erbse
 
Alpbach 2011 25. August 2011

Lebensmittel auf Krankenschein

Kann Functional Food die Compliance bei einer Ernährungsumstellung verbessern und ist die „Nahrung aus dem Labor" ein Arzneimittel? Während der Alpbacher Gesundheitsgespräche wurde das Thema heftig diskutiert.

Die passende Ernährung ist ein zentraler Bestandteil der persönlichen Gesundheit. Zwischen 30 und 60 Prozent aller Erkrankungen sind ernährungsassoziiert. Ungesundes Essen ist demnach ein nicht zu vernachlässigender Risikofaktor, wenn es um die Entstehung chronischer Krankheiten geht. Die Schere zwischen Wissen und Handeln ist dennoch groß. Ob es der Compliance zuträglich wäre, wenn es „gute Lebensmittel" auf Krankenschein gäbe und wie schwierig die Abgrenzung zwischen Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel in der Praxis ist, haben Experten im Rahmen der Alpbacher Gesundheitsgespräche diskutiert.

Lebensmittel haben in den letzten Jahren bewiesen, dass sie weitaus mehr können als nur satt machen: Sie sehen gut aus, sie schmecken und sind bei entsprechendem Tuning auch noch der Gesundheit zuträglich oder sollen sogar den Alterungsprozess positiv beeinflussen. Sie werden mit einem speziellen Zusatznutzen ausgestattet, der vor allem aber die Kassen der Hersteller klingeln lässt. Inwieweit spezielle Lebensmittel einen Zusatznutzen in der Prävention oder Therapie ausspielen, ist nicht eindeutig zu sagen. Ebenso fehlt eine allgemeingültige Definition von Functional Food, was nichts daran ändert, dass die Wissenschaft bereits über die Weiterentwicklung hin zu biomedizinischen Lebensmitteln diskutiert, die in wenigen Jahren auf den Markt kommen werden.

Dr. Eva Untersmayr-Elsenhuber Dr. Heinrich Burggasser Dr. Arno Melitopulos

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Sicherheit und Wirksamkeit abklären"
Es gibt Situationen, in denen eine veränderte Aufnahme von Nährstoffen zu Mangelerscheinungen führen kann.
Dr. Eva Untersmayr-Eisenhuber, Leiterin der Arbeitsgruppe für Gastrointestinale Immunologie, Institut für Pathopysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universität Wien
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Standpunkt 2
"Verbraucher sind nicht optimal informiert"
Functional Food darf keine Spielwiese für Aktienkurse sein, sondern muss als gesundheitspolitisch relevantes Thema ernst genommen werden.
Dr. Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer
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Standpunkt 3
"Eine faire und sichere Versorgung muss gewährleistet sein"
Funktionelle Lebensmittel als LEistung der Sozialversicherung sind zurzeit schon aus vielerlei regulatorischen Rahmenbedingungen nicht vorstellbar.
Dr. Arno Melitopulos, Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse
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Von Mag. R. Haiden, Ärzte Woche 34/2011

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