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Gesundheitspolitik 4. August 2011

Pro & Contra "Abtreibung im öffentlichen Spital" - mit Umfrage

Abtreibungen sollen in ganz Österreich in öffentlichen Spitälern möglich sein. Das fordert Gesundheitsminister Alois Stöger in der aktuellen Ausgabe von "News". Vor allem, dass in Tirol und Vorarlberg kein öffentliches Krankenhaus Abtreibungen durchführt, ist Stöger ein Dorn im Auge.

Der Mediziner und Leiter des  Gynmed-Ambulatoriums Christian Fiala begrüßt die Initiative des Gesundheitsministers. "Spitäler haben eine Verpflichtung der Versorgung der Bevölkerung. Sie haben sich dabei - ungeachtet ihrer Weltanschauung - an den Bedürfnissen der Patientinnen zu orientieren", so seine Sicht der Lage. Die Ärztekammer wiederum betont in einer Aussendung, dass kein Arzt zu Abtreibungen verpflichtet werden kann. Was ist Ihre Meinung? (siehe Umfrage unterhalb)

Für den Familienminister ist der Vorstoß des Gesundheitsministers jedenfalls der falsche Weg: Ihm gehe es viel mehr darum, die Unterstützung für Eltern auszubauen und dadurch "Mut zum Kind" zu machen. Ein Pro und Contra der Minister.

 

Pro"Angebot fehlt" 

Contra "Falsches Signal"


Foto: Elisabethe Gebe

"Es wird ja eine ganze Personengruppe, nämlich die Frauen, nicht ernst genommen, wenn es in ganz Westösterreich kein Angebot gibt. Das geht nicht."

Gesundheitsminister Alois Stöger

 

Frauen hätten das Recht zu entscheiden, ob sie einen Abbruch wollen oder nicht, "da brauchen sie keine Bevormundung". Daher müsse es auch in den Spitälern ein Angebot geben. "Hier haben die Länder eine Verantwortung", so der Minister.

Es müsse zwar nicht in jedem Bundesland, aber zumindest in jeder Region ein öffentliches Krankenhaus geben, das Abtreibungen durchführt, stellt der Gesundheitsminister klar. "Es geht aber nicht, dass man Schwangerschaftsabbrüche aus ideologischen Gründen prinzipiell nicht anbietet."


Foto: Jakob Glaser/ÖVP

"Uns geht es um eine Aufwertung der Familie. Wir wollen österreichweit ein gutes Umfeld schaffen, in dem sich Paare oder Mütter für die Geburt eines Kindes entscheiden."

Familienminister Reinhold Mitterlehner

 Der Familienminister verweist dazu auf den Ausbau der Kinderbetreuung oder die unterschiedlichen Varianten beim Kinderbetreuungsgeld.

"Natürlich ist ein Schwangerschaftsabbruch eine persönliche Entscheidung, dieser sollte aber nur der allerletzte Ausweg sein."

Deshalb gibt es bundesweit rund 400 Beratungseinrichtungen, wo gut und objektiv über Unterstützungsmöglichkeiten informiert wird. Grundsätzlich richte sich Stögers Forderung aber an die Bundesländer, so das Mitterlehner-Büro.

 

APA/red

Umfrage

Sollten Abtreibungen in öffentlichen Spitälern möglich sein?

  • Frau Ingrid Kleindienst-John, 18.08.2011 um 18:07:

    „Es kommt mir wie ein schrecklicher Rückschritt vor - es wird immer wieder Frauen geben, die sich (zumeist sehr schweren Herzens) für eine Abtreibung entscheiden (müssen). Leider ist es nicht immer möglich, das empfangene Kind auch wirklich auszutragen. Sollen diese Frauen nun wieder die Risken eingehen müssen, wie vor 30 Jahren? Ich denke, es ist oft schon schwer genug - und die Last bleibt eigentlich immer auf den Schultern der Frau.

    Ein Arzt, der nicht mit der Abtreibungs-Regelung kann, wird sich dazu sowieso nicht bereit erklären.“

  • Frau Rahel Abram Dipl. Ergotherapeutin, 18.08.2011 um 18:09:

    „Sehr verehrte Damen und Herren!

    Bin ich recht in der Annahme, dass Herr Gesundheitsminister Stöger im weiteren Verlauf der Pro Meinung diese Ansicht vertritt?:
    "Es geht aber nicht, dass man Schwangerschaftsabbrüche aus ideologischen Gründen prinzipiell nicht anbietet."
    Oder wer hat diese Anmerkung verfasst?

    Wieso geht das nicht?
    Wer bestimmt denn so etwas? Wer soll hier gezwungen werden gegen sein Gewissen zu Handeln?

    Ich möchte an Klinikpersonal appellieren, sich ihrer Verantwortung ihrem Gewissen gegenüber zu stellen. Wer sich ethisch dem Heilen von Leben verschrieben hat, dem ist Leben heilig. Wie heißt es doch in einer Definition über Entwicklung: ..."von der Zeugung bis zum Tod". Eine ethisch, moralische Ausblendungdieser Tatsache, egal in welchem Lebensabschnitt ist eben aus einer christlich ethischen Lebenseinstellung heraus nicht vertretbar.
    Beste Grüße
    Rahel Dipl. Ergotherapeutin“

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