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Foto: Privat
Prim. Dr. Manfred Stelzig, Sonderauftrag für psychosomatische Medizin an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LKH Salzburg
 
Gesundheitspolitik 25. März 2009

Zugang zur Psychotherapie muss erleichtert werden.

Ich bin froh, dass medizinische Psychotherapeuten sich der Öffentlichkeit präsentieren. Es wäre wichtig, das Angebot an medizinischer Psychotherapie auszubauen. Mindestens ein Fünftel der Menschen in einer Ordination oder Spitalsabteilung haben behandlungsbedürftige psychische Probleme.

Psychotherapeuten haben teils Wissensdefizite bei der Psychosomatik. In Salzburg gibt es Qualitätszirkel mit Ärzten, Psychologen und Psychotherapeuten: Hier geht es um die Zusammenhänge zwischen Krebs, Herz- und Lungenerkrankungen und psychischen Symptomen.

Jeder Facharzt oder Allgemeinmediziner sollte gezielt in Netzwerken arbeiten, in denen auch Psychologen und Psychotherapeuten einbezogen sind. Von medizinischer Seite bauen wir gerade ein Netzwerk auf, das unter www. netzwerk-psychosomatik.at abrufbar ist. Wichtig ist der persönliche Kontakt zwischen Zuweisenden und Therapeuten. Am Beispiel Gynäkologie: Ein häufiges Problem sind unspezifische Unterbauchschmerzen, diese können mit beruflicher Belastung zusammenhängen, mit Partnerschaftsproblemen oder häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch. Bei solchen Phänomenen ist die intensive Kooperation mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wichtig.

Ärzte weisen zwar auf die Wichtigkeit einer Psychotherapie hin: Aber viele Patienten wollen oder können sich diese nicht leisten, und es gibt lange Wartezeiten auf Therapieplätze. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um den Zugang wesentlich zu erleichtern und das Prinzip „Psychotherapie auf Krankenschein“ endlich in die gesundheitspolitische Realität umzusetzen.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Quo vadis, medizinische Psychotherapie?

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Prim. Dr. Manfred Stelzig, Sonderauftrag für psychosomatische Medizin an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LKH Salzburg

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 13/2009

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