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Ärzte entdecken den „ganzen Menschen“ und wollen die medizinische Psychotherapie etablieren. Das neue Credo: Medizin ist keine eindimensionale Wissenschaft, sondern stellt den Menschen und die bio-psycho-sozialen Zusammenhänge von Gesundheit und Krankheit
 
Gesundheitspolitik 25. März 2009

Quo vadis, medizinische Psychotherapie?

Ärzte fordern Aufbau einer flächendeckenden Versorgung.

Immer mehr Menschen haben psychische Probleme, heißt es. Wie kann ihnen geholfen werden?

Medizinische Psychotherapie ist der einzig seriöse Ansatz auf gesicherter medizinischer Grundlage und auf wissenschaftlichem Boden, wurde auf einer Pressekonferenz der Österreichischen Ärztekammer kundgemacht.

Vermehrte ärztliche Zuwendung und punktgenauer Einsatz medizinischer Psychotherapie könnte in Kombination mit anderen ärztlichen Maßnahmen Fehlleitungen verhindern. Es geht, so die Ärztefunktionäre, ebenso um eine Kombination aus Pharmakologie und Psychotherapie, eine stärkere Zusammenführung beider Faktoren. Das sei auch eine Therapie gegen steigende Kosten im Gesundheitswesen. Momentan besteht nach ärztlicher Meinung eine „radikale“ Aufteilung in psychologisch-psychosoziale Interventionen einerseits und biologisch-pharmakologische Behandlungsformen andererseits. Medizinische Psychotherapie sei aber ein unverzichtbarer und idealtypischer Weg zur integrierten Patientenbehandlung.

Sehr wenig bis nichts ist von teils gelungenen Kooperationen zwischen Medizinern und Psychotherapeuten zu hören. Oder überhaupt von der aktuellen Bedeutung von Psychotherapie im heimischen Gesundheitswesen, geschweige denn von den virulenten Problemen eines niederschwelligen Zugangs zu ihr.

Fakt ist laut Ärztefunktionären: Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen, die psychotherapeutische Behandlung brauchen, ist nicht nur in Österreich stark im Steigen. Dabei geht es nicht um „Randgruppen“ mit speziellen Problematiken – dies zeigt sich nicht zuletzt im massiven Anstieg der psychiatrischen Diagnosen als Ursache für Krankenstände und Frühpensionierungen.

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

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Ärzte entdecken den „ganzen Menschen“ und wollen die medizinische Psychotherapie etablieren. Das neue Credo: Medizin ist keine eindimensionale Wissenschaft, sondern stellt den Menschen und die bio-psycho-sozialen Zusammenhänge von Gesundheit und Krankheit in den Mittelpunkt.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 13/2009

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