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Gesundheitspolitik 4. Juli 2011

Braucht Österreich den Facharzt für Psychosomatik?

Psychosomatische Krankheitskonzepte nehmen in nahezu allen klinischen Fächern eine zunehmend gewichtige Position ein und erfordern transdisziplinäre Lösungsansätze. Der Bedarf an fundierter Diagnostik und Therapie steht heute außer Zweifel. Von wem und in welcher Form diese Leistungen erbracht werden sollen, bleibt hingegen kontrovers diskutiert. Während in Deutschland das Sonderfach „Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin“ seit den frühen 1990er Jahren etabliert ist, liegt die Verantwortung in Österreich derzeit bei den einzelnen Fachrichtungen selbst, sowie beim Allgemeinmediziner, welcher durch den Erwerb eines Diploms der Österreichischen Ärztekammer ebenfalls psychosomatisch behandeln darf. Für Psychiatrie & Psychotherapie diskutierten der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, MR Dr. Walter Dorner, Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek, Anton Proksch Institut, Wien, und Prim. Univ.-Prof. Dr. Andreas Remmel, Psychosomatisches Zentrum Eggenburg, über aktuelle Ansprüche und künftige Konzepte für die Psychosomatische Medizin in Österreich.
  • Herr Sebastian Breyer, 20.07.2011 um 11:02:

    „Ich bin der Meinung, dass psychosomatische Erkrankungen in Österreich nicht ausreichend durch Allgemeinmediziner behandelt werden. Die Psychosomatik ist in den letzten Jahren zu einem breitgefächerten und eigenständigen Fach geworden und das verlangt nach einem eigenen Facharzt, wie etwa in Deutschland. Dort hat sich der Facharzt seit Anfang der 90er Jahre bewährt.
    Ich denke, dass die Zeit für einen Facharzt für Psychosomatik auch in Österreich reif ist, da sich der Denkansatz der Verflechtung von psychischen und körperlichen Beschwerden in der Bevölkerung immer mehr durchsetzt. Ich denke, dass durch spezielle Einrichtungen mit spezialisierten Ärzten viel unötiges Leid und Kosten, durch falsche Diagnosen und Behandlungen gespart werden können. Deswegen ist es höchste Zeit zu handeln um diese Lücke im österreichischen Gesundheitswesen zu schließen.“

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