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Foto: Privat
Prof. Dr. Susanne Binder, Vorsitzende der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG)
 
Gesundheitspolitik 20. März 2009

Regelmäßiger Besuch beim Augenarzt ist wichtig.

Ein wichtiger Aspekt von Aktionen wie dem Weltglaukomtag ist, dass er sich auch nach „innen“, also an die Augenärzte selbst richtet: Denn es bringt nichts, für Vorsorge zu werben, und dann müssen Patienten zwei bis drei Monate auf einen Termin warten. Wichtig wären Maßnahmen wie eine eigene Glaukomsprechstunde z. B. am Nachmittag oder Aktionen wie eine „Lange Nacht des Sehens“, wo Ordinationen gezielt auch in den Abendstunden geöffnet haben.

Natürlich geht es auch darum, ganz deutlich der Bevölkerung zu vermitteln: Nicht nur wer eine Brille braucht, muss zum Augenarzt gehen, sondern der regelmäßige Besuch sollte ab 40 Jahren eine Selbstverständlichkeit sein, um Erkrankungen, die in diesem Lebensabschnitt wahrscheinlich sind, vorzubeugen.

Die Kooperation mit den Augenoptikern ist sicher sinnvoll. Aber ich halte die Entscheidungen bezüglich klinischer Optometrie für den falschen Weg – denn der in Österreich eingeschlagene Ausbildungsweg ist viel zu kurz, um dann wirklich Patienten diagnostizieren zu können. Weiters ist bedenklich, dass manche Augenoptiker Augeninnendruckmessungen mit der Luftstrahltechnik anbieten – diese ist viel zu ungenau und birgt die Gefahr von falsch-negativen sowie falsch-positiven Diagnosen.

Es sind noch weitere Anstrengungen der Augenärzte nötig: Brillenverordnung braucht Zeit, noch mehr Zeit ist nötig, um das Auge gründlich zu untersuchen. Ebenso wichtig wären flexiblere Ordinationszeiten.

Von der Gesundheitspolitik würde ich mir wünschen, dass rascher auf neue Entwicklungen reagiert wird: So muss die nun mögliche Vermessung des Sehnervenrandes vom Patienten selbst bezahlt werden, obwohl gerade diese Untersuchung in Bezug auf eine Beurteilung des Fortschreitens von Glaukomen wichtig ist.

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Prof. Dr. Susanne Binder, Vorsitzende der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG)

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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