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Foto: Privat
KR Gerhard Gschweidl, MSc, Bundesinnungsmeister der Augenoptiker Österreichs
 
Gesundheitspolitik 20. März 2009

Augenoptiker und Augenärzte sollen sich ergänzen und nicht gegenseitig Konkurrenz machen.

Auch wenn ich die Glaukom-Vorsorgeuntersuchung als zentrale Aufgabe der Augenärzte sehe: Natürlich tragen auch die Augenoptiker zu Kampagnen wie zum Thema Glaukom bei und weisen auf die Wichtigkeit regelmäßiger augenärztlicher Untersuchungen hin. Außerdem sollten auch praktische Ärzte verstärkt über dieses Thema informieren. Ich glaube nicht, dass durch den Wegfall der ohnehin nie sehr hohen Zuschüsse der Kassen nun weniger Menschen, die eine Brille brauchen, zum Augenarzt gehen. Viel negativer sehe ich den Verkauf von Fertigbrillen in Supermärkten, Tankstellen usw., wo es dann überhaupt keine Fachberatung gibt.

Es ist meiner Ansicht nach wichtig, dass sich Augenoptiker und Augenärzte gut ergänzen und kooperieren. Eine Konkurrenzierung würde den Patienten und der Versorgungsqualität schaden. Es gibt für beide Berufsgruppen Kernkompetenzen und Felder mit Überschneidungen. Ich denke etwa an die Anpassung und den Verkauf von Kontaktlinsen, wo sowohl Augenoptiker mit Zusatzausbildung als auch Augenärzte tätig sind. Und der Wiederbeschaffungsrhythmus einer Brille bzw. Kontaktlinse inklusive Refraktionsbestimmung ist nicht unbedingt kongruent mit der Erfordernis einer augenärztlichen Untersuchung.

Die Qualifikation zum „klinischen Optometristen“ wurde nicht extra für Österreich erfunden – dies ist ein weltweiter Trend. So gibt es auch in unseren Nachbarländern zahlreiche Angebote dazu. Es handelt sich um eine Höherqualifizierung des Augenoptikers mit Universitäts- bzw. Fachhochschulabschluss. Es ist eine Erweiterung des Horizonts, um die Beratungsqualität zu erhöhen. Wobei keine der angebotenen Screening-Tätigkeiten die wichtigen Aufgaben der Augenärzte ersetzen soll oder kann. Und genau in diese Richtung geht auch ein Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts, wonach der Nutzen von Screeningverfahren für die Bevölkerung höher einzuschätzen ist als etwaige damit verbundene Risiken. Damit wird den Augenoptikern/Optometristen explizit die Kompetenz für diese Tätigkeiten zugesprochen.

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Wer schaut dir in die Augen?

 

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KR Gerhard Gschweidl, MSc, Bundesinnungsmeister der Augenoptiker Österreichs

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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