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Gesundheitspolitik 27. Juni 2011

Was Impfungen behindert: Vorbehalte und fehlendes Geld

Entwicklungsländer sollen selbst mehr Verantwortung übernehmen, fordern Forscher von der University of Oxford.

20 neue Impfstoffe könnten in den nächsten zehn Jahren verfügbar werden, hoffen Forscher.

 

Laut dem Team um Prof. Dr. Richard Moxon von der University of Oxford ist die Finanzierung entscheidend, aber auch das Vertrauen in Impfstoffe. Die Wissenschaftler nennen Aids und Malaria als die wichtigsten Forschungsbereiche. Vernachlässigte tropische Krankheiten wie Lepra sollten ebenfalls stärker berücksichtigt werden. In The Lancet fordern sie zum Handeln auf: „Wir müssen auch an Impfstoffe denken, die über die klassischen Infektionen hinausgehen. Dazu gehören insulinabhängiges Diabetes, Krebserkrankungen und degenerative Erkrankungen.“

Moxon regte eine Reihe von Artikeln an, die sich mit der Zukunft der Impfstoffforschung beschäftigen. Trotz der unzweifelhaften Erfolgsgeschichte der Impfungen sei es für ihn überraschend, dass in der Bevölkerung noch immer Vorbehalte herrschten. „Es ist ein schwieriges Thema. Einer der wichtigsten Gründe ist wahrscheinlich, dass Impfungen gesunden Menschen, oft auch Kindern, verabreicht werden. Fragen nach der Sicherheit spielen eine große Rolle. Es gibt wenig Bewusstsein dafür, wie viele Krankheiten durch Impfstoffe verhindert worden sind.“ Der Wissenschaftler geht davon aus, dass es noch lange bis zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen Aids dauern wird. Einen wirksamen Impfstoff gegen Malaria könnte es jedoch schon innerhalb von fünf Jahren geben. Gemeinsam mit seinen Mitautoren fordert Moxon von den Entwicklungsländern, mehr Verantwortung für die Finanzierung von Impfprogrammen zu übernehmen. Die meisten dieser Länder würden der Gesundheit in ihren Budgets keinen angemessenen Stellenwert zumessen.

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