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Foto: Privat
MR Dr. Roderich Fellner, Vorsitzender der Fachgruppe der Fachärzte für Augenheilkunde
 
Gesundheitspolitik 20. März 2009

Es gibt zu wenig Kassenstellen für Fachärzte für Augenheilkunde.

Im Notfall bekommt jeder noch am selben Tag einen Termin beim Augenarzt oder bei einer Augenärztin. Die zum Teil monatelangen Wartezeiten bei planbaren Terminen hängen hängen damit zusammen, dass es auch in Österreich zu wenige niedergelassene Fachärzte für Augenheilkunde gibt. Angesichts des rigorosen Sparkurses unserer Regierung wird sich daran nichts ändern: Laut Strukturplan fehlen alleine im Bundesland Steiermark 15 Kassenstellen für Augenärzte, derzeit wird in der Gesundheitsplattform aber über eine Reduktion von Stellen gesprochen.

Wir sind an einer guten Kooperation mit den Augenoptikern interessiert – gleichzeitig muss klar sein, dass die Diagnose und die Behandlung von Augenerkrankungen zum medizinischen Feld und daher zum Facharzt gehören. Vier Prozent der Patienten, die mit Brillenwunsch zu uns kommen, haben auch eine Augenerkrankung.

Natürlich ist es wichtig, dass sich Augenärzte für alle Patienten ausreichend Zeit nehmen – wobei die Möglichkeit dazu teils von den Rahmenbedingungen der Gesundheitspolitik abhängen, die, wie gesagt, immer restriktiver werden. Ebenso bedeutsam ist die kontinuierliche Fortbildung, wobei viele Kollegen die Möglichkeiten des Diplomfortbildungsprogramms in Anspruch nehmen.

Auch Optiker bilden sich regelmäßig fort – den Trend zum klinischen Optometristen halte ich aber für eher bedenklich: Die Ausbildungszeit und -intensität kommt in keiner Weise an jene der Augenärzte heran und es gibt viel zu wenig praktische Erfahrungen am Patienten. Das Wiener Gerichtsurteil ist eine Fehlentscheidung und könnte zu einer Verschlechterung der Versorgungsqualität führen.

Hier ist ebenso die Gesundheitspolitik gefragt – von dieser wäre zudem das Vorantreiben der Reform der ärztlichen Ausbildung zu wünschen. Wichtig wären außerdem Beiträge für eine stärkere Ausgewogenheit zwischen konservativer und operativer Augenheilkunde. Die chirurgisch tätigen Ärzte sind heillos überlaufen. Und: Es braucht eine Abkehr von einer Politik des Sparens um jeden Preis.

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MR Dr. Roderich Fellner, Vorsitzender der Fachgruppe der Fachärzte für Augenheilkunde

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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