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Foto: PhotoDisc
Bei Patienten, die lange Wartezeiten scheuen und statt ihren Augenarzt den Optiker aufsuchen, könnten Augenkrankheiten unbemerkt fortschreiten.
 
Gesundheitspolitik 20. März 2009

Wer schaut dir in die Augen?

Die Brillenanpassung erledigt der Optiker gut und gerne, auf der Strecke bleibt die Vorsorge.

Zu Anlässen wie dem Weltglaukomtag wird wieder auf die Wichtigkeit regelmäßiger Untersuchungen beim Augenarzt hingewiesen. Aber der Zugang zu diesen erfordert von Patienten oft viel Geduld.

Der 12. März war der Weltglaukomtag – eine zentrale Aussage: Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt sind ab dem 40. Lebensjahr wichtig. Auch, weil so die besonders kostenintensiven und für die Patienten belastenden Spätstadien vermieden werden können (die Ärzte Woche berichtete in der Vorwoche). Weit verbreitet ist in der Bevölkerung allerdings die Meinung, gegen den „Grünen Star“ ohnehin nichts machen zu können. Über die Hälfte der Betroffenen bleibt unentdeckt, mit der Folge, dass irreversible Schäden auftreten.

Also auf zum Augenarzt? Termine sind oft erst in drei Monaten zu haben. Dazu kommt oft der Ärger, dann auch noch eine halbe, eine ganze Stunde oder noch länger im Wartezimmer zubringen zu müssen. Also gehen jene, die eine Brille brauchen, einfach gleich zum Augenoptiker, wenn sie den Sehbehelf nicht ohnehin schon vorher an der Supermarktkasse erworben haben. Von Seiten der Augenoptiker wird zwar betont, dass sie bei Problemen an die Ärzte verweisen – aber manche Symptome sind nicht so offensichtlich oder einfach einzuschätzen. Auf starke Gegenwehr stößt bei den Augenärzten eine neue universitäre Fortbildung für Optiker: zum „klinischen Optometristen“ – dieser darf, wenn jemand Brille oder Kontaktlinsen braucht, wie es in einem Urteil des Wiener Oberlandesgerichts heißt, auch „die Funktion des visuellen Systems überprüfen“, also unter anderem die Gesichtsfeld- und Augendruckmessung, Ophthalmoskopie sowie die Vermessung und Überprüfung von Kinderaugen durchführen.

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Bei Patienten, die lange Wartezeiten scheuen und statt ihren Augenarzt den Optiker aufsuchen, könnten Augenkrankheiten unbemerkt fortschreiten.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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