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Foto: Martina Draper
Dr. Gerald Bachinger Niederösterreichischer Patienten- und Pflegeanwalt, Vorstandsmitglied der Plattform Patientensicherheit
 
Gesundheitspolitik 21. Juni 2011

Studienteilnahme muss österreichweit verpflichtend werden

Von Menschen für Menschen gespendetes Fremdblut hat im Gesundheitswesen und für Patienten einen besonderen Stellenwert; dies umso mehr, weil es noch nicht vollständig durch künstlich hergestellte Produkte ersetzt werden kann. Wir sind daher auf die vielen freiwilligen Spender angewiesen, die dafür die Grundlage schaffen, dass eine bestmögliche Versorgung der Patienten ermöglicht wird. Fremdblut ist daher ein sehr wertvolles Produkt und sowohl Spender als auch Patienten müssen darauf vertrauen können, dass mit diesem Grundstoff des Lebens sorgfältig und wertschätzend umgegangen wird. Eine laufende Qualitätskontrolle und Evaluierung des richtigen Einsatzes von Blutkonserven sind in einem öffentlichen Gesundheitswesen daher unabdingbar.

Die Studien zum Verbrauch von Blutkomponenten haben eine – aus fachlicher Sicht vollkommen unverständliche und nicht argumentierbare – Variabilität des Blutverbrauches bei bestimmten Operationen ergeben. Dazu kommt, dass die internationale Studienlage drauf hindeutet, dass bei einer Reduktion des Blutverbrauches kein schlechterer Outcome für die Patienten resultiert. Mehr Blut ist also nicht gleichbedeutend mit besserem Ergebnis für die Patienten. Ziel muss es sein, dass Fremdblut nur dort verwendet wird, wo es unbedingt notwendig ist, und in einem Ausmaß, das unbedingt notwendig ist. Aus Sicht der Patientenanwaltschaft fordern wir daher, dass die begonnenen Benchmarkstudien fortgesetzt werden, zukünftige Studien bundesweit und verpflichtend durchgeführt werden und Krankenanstalten, die einen vorgegebenen Zielwert nicht erreichen, einen Punkteabzug im LKF-System erhalten. Die Ergebnisse dieser Studien sind zu veröffentlichen und das international bewährte Modell des „Patient Blood Management“ ist verbindlich umzusetzen, etwa durch eine Bundesqualitäts-Verordnung aufgrund des Gesundheits-Qualitätsgesetzes.

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