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Foto: Martina Draper
Dr. Friedrich Marian Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Landesklinikum Mistelbach Gänserndorf
 
Gesundheitspolitik 21. Juni 2011

Gezielte Maßnahmen senken den Blutverbrauch deutlich

Blut ist in vielen Bereichen der Patientenbehandlung nach wie vor ein unverzichtbares Produkt. Wir wissen aber auch, dass in Zukunft durch Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur vermehrt Operationen mit Blutbedarf durchzuführen sein werden. Es ist ebenso absehbar und bahnt sich bereits an, dass die Anzahl der Blutspender langsam aber stetig sinkt. Wir müssen also damit rechnen, dass es im Bereich des Transfusionswesens zu einem Zustand des erhöhten Bedarfs und des sinkenden Angebots kommen wird. Umso mehr ist es ein Gebot der Stunde, einen überlegten und evidenzbasierten Einsatz von Blutderivaten einzufordern. Unser Krankenhaus hat an beiden Benchmarkstudien teilgenommen und die Auswertungen haben gezeigt, dass wir im Verhältnis zu anderen Spitälern bei den ausgewählten Eingriffen einen überdurchschnittlich hohen Blutverbrauch aufweisen. Wir haben unmittelbar reagiert und einen Arbeitskreis eingesetzt und gemeinsam einen Konsens zu Transfusionsempfehlungen über alle betroffenen Abteilungen hinweg gefunden. Wenn sich nun die Frage stellt, ob ein Patient im Zusammenhang mit einer Therapie Fremdblut benötigt, so wird auf diese im gesamten Krankenhaus gültige Empfehlung zurückgegriffen. Seit der Einführung dieser Vorgangsweise haben wir unseren Blutverbrauch insgesamt um rund 40 Prozent gesenkt, bei Hüft- und Knieeingriffen, die im Rahmen der Studien näher untersucht wurden, ist es uns gelungen, den Blutverbrauch um 75 Prozent zu reduzieren.

Der Bedarf an Blutkonserven ergibt sich aus dem individuellen Zustand und Therapieanforderungen des einzelnen Patienten. Und wir wissen, dass wir durch gezielte Maßnahmen und Behandlungen diesen Bedarf nachhaltig senken können. Jede Blutkonserve, die wir nicht verabreichen müssen, ist ein Gewinn sowohl für den betroffenen Patienten wie auch für die behandelnde Institution.

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