zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 21. Juni 2011

Luxusgut Blut

Ist Blutkonservenverbrauch in Österreichs Spitälern zu hoch?

Rund um den Welt-Blutspende-Tag war der sorgsame Umgang mit den Blutkonserven Thema Nummer eins. Eine Diskussion, die nicht nur in der Bevölkerung ein hochemotionales ist, sondern auch aus Kosten- und Effizienzgründen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Die Bundesgesundheitsagentur hat bereits zum zweiten Mal eine Benchmarkstudie in Auftrag gegeben und damit die Verwendung von Fremdblut in Österreich genau unter die Lupe genommen. Dabei wurden die absoluten Zahlen und Unterschiede im Blutverbrauch von 23 österreichischen Krankenanstalten untersucht. Die Ergebnisse zeigen nicht nur, dass die Transfusionsraten in Österreich weit über dem internationalen Durchschnitt liegen, sondern dass auch rund 60 Prozent der angeforderten Blutkomponenten gar nicht transfundiert wurden. Der Blutverbrauch zwischen den Krankenanstalten variiert bei den untersuchten Eingriffen „Hüftgelenksersatz“ um den Faktor acht und beim Kniegelenksersatz sogar um den Faktor 18. Im Schnitt ist davon auszugehen, dass nur fünf bis zehn Prozent der transfundierten chirurgischen Patienten wirklich eine Transfusion bräuchten. Einig sind sich die Experten, dass jeder Patient, der Blut braucht, auch welches bekommen soll, jedoch eine Prozessoptimierung den Verbrauch drastisch senken könnte. Mehr Details zur 2. Benchmarkstudie und die Ergebnisse einer Umfrage zur Einstellung der Österreicher zum Thema Blutspenden im Artikel „Verwenden statt verschwenden“ auf der Seite 41.

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Dr.Friedrich Marian  Dr.Johann Kurz  Dr. Gerald Bachinger 

Standpunkt 1
"Gezielte Maßnahmen senken den Blutverbrauch deutlich"
Jede Konserve, die wir nicht verarbeiten müssen, ist ein Gewinn für den Patienten.
Dr. Friedrich Marian Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Landesklinikum Mistelbach Gänserndorf
> Standpunkt lesen


Standpunkt 2
"Ein Paradigmenwechsel findet langsam statt"
Ein Patient-Blood-Management-Konzept spart Kosten und erhöht die Patientensicherheit
Dr. Johann Kurz Leiter der Abteilung III/4 – Strateg. Angelegenheiten, Blut, Gewebe und Transplantationswesen, BM für Gesundheit
> Standpunkt lesen


Standpunkt 3
"Studienteilnahme muss österreichweit verpflichtend werden"
Mehr Blut ist nicht gleichbedeutend mit einem besseren Ergebnis für die Patienten
Dr. Gerald Bachinger Niederösterreichischer Patienten- und Pflegeanwalt, Vorstandsmitglied der Plattform Patientensicherheit
> Standpunkt lesen

Von R. Haiden, Ärzte Woche 25 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben