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Gesundheitspolitik 15. Juni 2011

OÖ - Spitalsreform bringt Milliarden

Trotz Bettenabbaus und Spezialisierungen soll eine flächendeckende Grundversorgung weiterhin garantiert sein.

Vor wenigen Tagen hat die oberösterreichische Landesregierung einstimmig eine umfassende Spitalsreform beschlossen, die innerhalb der nächsten zehn Jahre Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro bringen soll. Diese Summe ergibt sich aus dem Abbau von 778 Spitalsbetten, Zusammenlegungen und Umwandlungen von Abteilungen. Der politische Schulterschluss basiert auf dem Reformpapier einer Expertenkommission zur Spitalsreform OÖ unter der Leitung von Wolfgang Bayer, Chef eines auf Gesundheitsfragen spezialisierten Beratungsunternehmens.

Ein ganzes Jahr lang waren Bayer und sein Team auf der Suche nach Einsparungspotenzial in den oberösterreichischen Krankenhäusern und Gesundheitsinstitutionen. Zu den großen Brocken zählen Steyr, wo 200 der 800 Betten gestrichen werden, das Klinikum Grieskirchen mit über 21 Millionen Euro Einsparungen sowie die Oberösterreichische Gesundheits- und Spitals AG gespag mit 24 Millionen. Auch wenn der Beschluss nun von allen Parteien mitgetragen wird, so bleibt in den Detailfragen doch eine Menge Kritik übrig.

Vor allem Gewerkschafter, Personalvertreter und betroffene Regionalpolitiker unterschiedlicher Couleurs wollen das nicht so einfach akzeptieren und haben Protestaktionen angekündigt. Die lautesten Stimmen kommen aus Schärding, wo bereits zwei Kommunalpolitiker ihre Funktionen zurückgelegt haben. Auch in Gmunden ist der Protest laut. Mehr zum Thema: „Effizienz der kleine Spitäler“ Seite 41.

MMag. Wolfgang Bayer Geschäftsführer der Wolfgang Bayer Beratung GmbH, St. Georgen im Attergau, Leiter der Expertenkommission Branko Novaković Betriebsratsvorsitzender AKh Linz GmbH, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsberufe des ÖGB OÖ  Wolfgang Sageder Stadtrat für Mobilität in Gmunden

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Paradigmenwechsel der intramuralen Versorgung"
Die Reform sichert die flächendeckende, hochwertige und regionale medizinische Versorgung ab.
MMag. Wolfgang Bayer, Geschäftsführer der Wolfgang Bayer Beratung GmbH, St. Georgen im Attergau, Leiter der Expertenkommission
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Standpunkt 2
"Das Krankenhauspersonal wird zusammenbrechen"
Die negativen Auswirkungen der Spitalsreform auf die Beschäftigten werden massiv sein.
Branko Novakovic, Betriebsratsvorsitzender AKh Linz GmbH, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsberufe des ÖGB OÖ
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Standpunkt 3
"Züruck an den Start anstatt mühsam herumbasteln"
Gesundheit darf nicht ausschließlich dem Diktat des Rechenstiftes folgen.
Wolfgang Sageder, Stadtrat für Mobilität in Gmunden, Mitinitiator der Aktion "Rettet das Gmundner Krankenhaus"
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Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 24 /2011

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