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Foto: ©iStockphoto.com/mstay
 
Gesundheitspolitik 13. Juni 2011

Standpunkte: Neue Ziele braucht das Land

Eine nachhaltige Gesundheitsreform setzt die Formulierung nationaler Gesundheitsziele voraus. Ende Mai fand die erste Nationale Gesundheitskonferenz statt. Sie bildete den offiziellen Startschuss zur Erarbeitung „nationaler, Politikfelder übergreifender Gesundheitsziele“, die bis Sommer 2012 auf dem Tisch liegen sollen.

Laut Initiatoren – Bundesgesundheitskommission und Hauptverband – könne erst danach über alle weiteren Schritte einer Gesundheitsreform sinnvoll gesprochen werden, von der Bedarfsplanung über eine Strukturreform bis hin zur Verteilung der Finanzmittel.

Sechs zentrale Themenfelder sind der Rahmen für die Erarbeitung von etwa zehn Gesundheitszielen: Gesunde Lebensbedingungen, gesundes Verhalten, gesundheitliche Chancengleichheit, Gestaltung des Versorgungssystems, spezielle Zielgruppen sowie Volkskrankheiten.

Die konkrete Ausformulierung der Ziele soll in einem Plenum von etwa 30 Organisationen und einer Online-Plattform erfolgen, über die sich die Bürger einbringen können. Über die Sinnhaftigkeit solcher Gesundheitsziele herrscht weitgehend Konsens, über deren konkrete Ausgestaltung und den Fahrplan schon weniger. Zum einen fürchten Kritiker bei der Formulierung zu viel „Unverbindlichkeit“, zu viel Rahmen statt konkreter Inhalte, zum anderen hegen manche in der Zielsetzung „Sommer 2012“ den Verdacht, es könnte sich dabei um eine Art „Beschäftigungstherapie“ für die Eingeladenen handeln, während die tatsächlichen Entscheidungen ganz woanders fallen.

Dr. Hans Jörg Schelling Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger  Dr. Harald Mayer Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann Angestellte Ärzte  Prof. Dr. Bernhard Schwarz Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Gesundheitsökonomie, Zentrum für Public Health der MedUni Wien

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Gesundheitsziele geben Reformrichtung vor"
Nur verbindliche Ziele ermöglichen ein zielgerichtetes Handeln und nachhaltige Lösungsschritte.
Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialverisucherungsträger
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Standpunkt 2
"Verdacht auf Beschäftigungstherapie"
Das Thema Prävention muss im Mittelpunkt aller Reformüberlegungen stehen.
Dr. Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann Angestellte Ärzte
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Standpunkt 3
"Rahmenvorgaben statt klarer Ziele"
Nur über mögliche Einsprungen zu sprechen, ist in jedem Fall als Ergebnis zu wenig.
Prof. Dr. Bernhard Schwarz, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Gesundheitsökonomie, Zentrum für Public Health der MedUni Wien
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Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 23 /2011

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