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Gesundheitspolitik 31. Mai 2011

Schmerzen: Je länger, desto teurer

Ein wichtiger Themenkomplex im Rahmen der 19. Wissenschaftlichen Schmerztagung der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) waren die ökonomischen Aspekte der Schmerztherapie. Die Diskussion darüber ist auch auf europäischer Ebene voll im Gange.

Bei der Europäischen Schmerzgesellschaft läuft ein Projekt unter dem Titel „Gesellschaftliche Auswirkungen von Schmerzen“ und bei einem Symposium des EU-Parlaments wurden erst kürzlich statistische Daten präsentiert, die den enormen Stellenwert des chronischen Schmerzes aufzeigen. Von den 58.000 Befragten in den fünf größten EU-Ländern klagten 12.300 – oder 20 Prozent – im vergangenen Monat über Schmerzen. Hochgerechnet auf Europa ergibt das eine Zahl von über 50 Millionen Menschen. In Österreich stammt jede 11. Verordnung, für die seitens der Krankenkassen Kosten übernommen wurden, aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika oder der Gruppe der Anästhetika und Analgetika.

Die Medikamentenkosten haben aber nur einen geringen Anteil an den durch Schmerzen entstehenden Gesamtkosten, weit teurer kommen Therapiekosten, Krankenhausaufenthalte, Krankenstandstage und volkswirtschaftliche Ausfälle durch Frühpensionen oder Berufsunfähigkeitsrenten.

Die ÖSG hat daher „The Societal Impact of Pain – a road map for action“ unterschrieben, einen Forderungskatalog an die Regierungen, das Thema Schmerz und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft auf die politische Agenda zu setzen. Und sie fordert die heimische Politik und Sozialversicherungsträger auf, diese mit dem Ziel zu implementieren, die bestmögliche Versorgung von Schmerzpatienten zu gewährleisten.

Prof. Dr. Wilfried Ilias Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Vorstand des Instituts für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft  Prof. Dr. Klaus Klaushofer Ärztlicher Direktor des Hanusch-Krankenhauses der Wiener Gebietskrankenkasse

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Eine sinnvolle Therapie muss beim Entstehen der Schmerzen ansetzen, nicht erst bei den Folgen."
Eine Chronifizierung des Schmerzes kommt die Gesellschaft am Ende teuer zu stehen.
Prof. Dr. Wilfried Ilias, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Vorstand des Instituts für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft
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Standpunkt 2
"Das Thema Schmerz sollte auch Bestandteil von Gesundheitszielen sein."
Aspekte der Schmerztherapie aus Sicht der Sozialversicherung.
Prof. Dr. Klaus Klaushofer, Ärztlicher Direktor des Hanusch-Krankenhauses der Wiener Gebietskrankenkasse
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Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 22 /2011

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