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Standpunkte
 
Gesundheitspolitik 25. Mai 2011

Gesundheitsberufe machen krank

Führen schlechte Arbeitsbedingungen zu einem Qualitätsverlust in der Krankenbetreuung und Pflege?

Am 13. Mai wurde in Niederösterreichs Landeshauptstadt der Tag der Gesundheitsberufe begangen. In diesem Rahmen übergaben die NÖ Ärzte- und die Arbeiterkammer den „St. Pöltner Appell“ an Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Darin wird die Politik aufgefordert, die Arbeitsbedingungen in den Gesundheits- und Sozialberufen zu verbessern. Gefordert wird eine deutliche Aufstockung des Personals, eine Verringerung der extrem hohen Arbeitsverdichtung, planbare, verlässliche Arbeitszeiten, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten, eine professionelle Personalentwicklung, gesundheitsfördernde Arbeitsplätze, um die hohe emotionale Belastung zu verringern, sowie „eine Gehaltsarchitektur, die auch ohne beträchtliche Sonderzahlungen zu einer leistungsgerechten Entlohnung führt.“

Begründet werden diese Forderungen mit den laut Unterzeichnern bereits gesundheitsgefährdenden Belastungen, denen Mitarbeiter im Gesundheitsbereich heute ausgesetzt seien. Unter anderem heißt es im Appell: „In Erwägung, dass jene, die Kranke gesund pflegen sollen, gerade selbst zu Patienten werden, haben wir beschlossen: Sparen am Personal kann dringend nötige Reformen nicht ersetzen. Krankes und demotiviertes Personal kann nicht effizient für Patienten arbeiten!“ Sozialminister Hundstorfer zeigte bei der Übergabe großes Verständnis für die aufgezeigten Probleme und versprach den Initiatoren Unterstützung.

Dr. Ronald Gallob Kurienobmann der angestellten Ärzte der NÖ Ärztekammer  DGKS Brigitte Adler Vizepräsidentin der NÖ Arbeiterkammer und Betriebsrats- vorsitzende im Landesklinikum Klosterneuburg  Mag. Andreas Hasiweder Personalleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz der Vinzenz Gruppe

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Das Sparen hat Grenzen"
Einzelne Elemente in unserem Gesundheitssystem sind wirklich sehr krank.
Dr. Ronald Gallob, Kurienobmann der angestellten Ärzte der NÖ Ärztekammer
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Standpunkt 2
"Emotionale Erschöpfung"
Der Jobmotor Gesundheitswesen gerät ins Stottern und viele Stellen können nicht besetzt werden.
DGKS Brigitte Adler, Vizepräsidentin der NÖ Arbeiterkammer und Betriebsratsvorsitzende im Landesklinikum Klosterneuburg
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Standpunkt 3
"Eine gesunde Balance"
Wir können nur die Symptome lindern, zur Ursachenbekämpfung brauchen wir die Politik.
Mag. Andreas Hasiweder, Personalleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz der Vinzenz Gruppe
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Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 21 /2011

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