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Dass Freiheitsbeschränkungen in der Psychiatrie vermieden werden sollten, ist Konsens. Für die Umsetzung ist aber auch ausreichend Personal nötig.
 
Gesundheitspolitik 11. März 2009

Dringender Handlungsbedarf in der Psychiatrie

Mängel wie die im Otto-Wagner-Spital könnten auch woanders vorkommen.

Anstatt politischen Hickhacks fordern Experten aus verschiedenen Richtungen rasche Maßnahmen zu strukturellen Verbesserungen in der Psychiatrie ein.

Soeben wurde der Abschlussbericht der Untersuchungskommission des Wiener Gemeinderats „Missstände in der Psychiatrie“ präsentiert, die seit Februar 2008 tagte. Besser gesagt, es wurden zwei Berichte präsentiert: Laut SPÖ-Wien wurde „keine Bestätigung für behauptete Missstände gefunden“ – daher seien keine weiteren Schritte nötig. Ganz anders sehen dies die Wiener ÖVP und Grünen, die in einem „Minderheitenbericht“ (online zu finden unter http://psychiatrieskandal.wordpress.com/) eine ganze Reihe von dringend nötigen Maßnahmen auflisten. Übrigens sind dies zu 99 Prozent dieselben Aussagen, die auch vor Beginn der Untersuchungskommission zu hören waren, ohne dass das irgendwelche Konsequenzen gehabt hätte.

Bei den angeblichen oder tatsächlichen Missständen im Wiener Otto-Wagner-Spital geht es um Themen, die für die gesamte Psychiatrie in Österreich relevant sind: personelle und strukturelle Ausstattung, Fortschritt (oder besser Stillstand) der Dezentralisierung, institutionalisierte Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Bereich und den psychosozialen Diensten sowie das sensible Thema von Freiheitsbeschränkungen.

Die eingeholten Experten-Statements zeigen, dass es um deutlich mehr als die sehr divergierenden Einschätzungen aus parteipolitischer Sicht geht, nämlich um eine dringend anstehende Weiterentwicklung der Qualität der heimischen Psychiatrie.

Lesen Sie zu diesem Thema diese Standpunkte:

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Dass Freiheitsbeschränkungen in der Psychiatrie vermieden werden sollten, ist Konsens. Für die Umsetzung ist aber auch ausreichend Personal nötig.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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