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Gesundheitspolitik 10. Mai 2011

Blick auf die Füße

Eine Amputation kostet im Schnitt 70.000 Euro – hohe Kosten, die ebenso wie das Leid der Betroffenen mit vergleichsweise geringem Aufwand vermieden werden könnten.

Die Pandemie des 21. Jahrhunderts heißt Diabetes. Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress und die zunehmende Alterung sind der perfekte Mix, um die Stoffwechselerkrankung auszulösen. In Österreich gibt es rund 500.000 Betroffene, davon etwa 90 Prozent von dem durch ungesunden Lebenswandel und Übergewicht begünstigten Typ 2. Die Patienten müssen nach etwa zehn Jahren mit dem Auftreten von schwerwiegenden Folgeschäden aufgrund der schlechten Stoffwechsellage rechnen.

Je länger die Erkrankungsdauer, je höher die Blutzuckerwerte, je geringer das Schmerzempfinden aufgrund von Neuropathien und je mehr diabetische Geschwüre in der Krankengeschichte auftreten, umso größer sind die Risikofaktoren für die Entstehung eines diabetischen Fußes mit anschließend „guten“ Aussichten auf eine Amputation.In Österreich hat die Zahl der Majoramputationen im Zeitraum von 2002 bis 2006 um 10,62 Prozent zugenommen, das entspricht einer Steigerung von 29 auf 32 pro 100.000 Einwohner. Rund 70 Prozent davon können als Patienten mit Diabetischem Fuß-Syndrom (DFS) angenommen werden – ein Prozentsatz, der nach Ansicht von Experten drastisch reduziert werden könnte.

Da die Daten der Statistik Austria keinen detaillierten Aufschluss hinsichtlich Ursache, Grundkrankheit oder Verweildauer geben, soll ein österreichweites „Amputations-Register“ valide Daten sammeln und damit eine Grundlage für entsprechende Präventionsmaßnahmen bieten.

 Prim. Dr. Afshin Assadian Vorstand der Abteilung für Gefäßchirurgie, Wilhelminenspital  Anna Mayer, Bundesvorsitzende, Österreichische Diabetikervereinigung Prof. Dr. Gerald Zöch AWA-Generalsekretär, Facharzt für plastische Chirurgie

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Eigenverantwortung muss übernommen werden"
Wir steuern nahezu unbemerkt und in aller Stille auf einen Diabetes-Supergau zu.
Prim. Dr. Afshin Assadian, Vorstand der Abteilung für Gefäßchirurgie, Wilhelminenspital
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Standpunkt 2
"Der Fuß darf nicht das letzte Kapitel in der Aufklärung sein"
Ärzte haben zu wenig Zeit, und bei den Patienten mangelt es an der Compliance.
Anna Mayer, Bundesvorsitzende, Österreichische Diabetikervereinigung
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Standpunkt 3
"Amputationsregister dringend erforderlich"
Dass Präservative vor AIDS schützen, wissen viele. Wenige wissen über Diabetesprävention Bescheid!
Prof. Dr. gerald Zöch, AWA-Generalsekretär, Facharzt für plastische Chirurgie
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Von Mag. Renate Haiden, Ärzte Woche 19 /2011

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