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Gesundheitspolitik 4. Mai 2011

Rehabilitation vor Pension

Schicken Ärzte Patienten leichtfertig in Rente oder macht uns die Arbeit – vor allem psychisch – immer kränker?

Es wird zurzeit in Österreich viel über die Sicherung des Pensionssystems diskutiert, über steigende Lebenserwartungen und Möglichkeiten, das gesetzliche Pensionsantrittsalter der demografischen Entwicklung anzupassen. Dabei gelingt es nicht einmal, die Lücke zwischen faktischem und gesetzlichem Pensionsantrittsalter zu verkleinern.

Ein wesentlicher Mosaikstein in diesem System sind die Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen, die seit Jahren auf hohem Niveau stagnieren. Verschoben haben sich lediglich die Gründe für das vorzeitige Ausscheiden, von physischen hin zu psychischen Belastungen. Gerade bei seelischen Krankheiten aber gehen Betroffene besonders früh in Pension – das Durchschnittsalter liegt bei 50 Jahren.Viele Beobachter geben auch Ärzten eine Mitschuld an dieser Entwicklung, sprechen von Gefälligkeitsgutachten und erschlichenen Pensionen.

Dagegen sprechen die Fakten: Bezieher von Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen sterben um über 10 Jahre früher als „normale“ Rentner. Sozialminister Hundstorfer setzt nun verstärkt auf Prävention, Rehabilitation und rechtzeitige Psychotherapie. Er will damit Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Ärzte gleichermaßen in die Pflicht nehmen, damit ältere Menschen auch dann länger im aktiven Erwerbsleben gehalten werden, wenn sie nicht mehr zu 100 Prozent leistungsfähig sind.


Prof. Dr. Rudolf Müller Chefarzt der Pensionsversicherungsanstalt, Facharzt für Innere Medizin Dr. Artur Wechselberger Präsident der Ärztekammer Tirol, Leiter des Referats für Arbeitsmedizin der Österreichischen Ärztekammer  Prof. Dr. Gerhard Lenz Ärztlicher Leiter des Zentrums für seelische Gesundheit LEOpoldau der BBRZ Med GmbH  

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Gutachten auf Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit geprüft"
Inwieweit Arbeitsfähigkeit vorliegt, wird durch ein medizinisches Begutachtungsverfahren festgestellt.
Prof. Dr. Rudolf Müller, Chefarzt der Pensionsversicherungsanstalt, Facharzt für Innere Medizin
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Standpunkt 2
"Wider jede volkswirtschaftliche Vernunft"
Arbeitsplätze müssen so beschaffen sein, dass alle am Erwerbsprozess teilnehmen können.
Dr. Artur Wechselberger, Präsident der Ärztekammer Tirol, Leiter des Referats für Arbeitsmedizin der Österreichischen Ärztekammer
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Standpunkt 3
"Psychosoziale Belastungen steigen deutlich an"
Störungen sind häufig, wenn die Arbeitsintensität als hoch und gleichzeitig der Tätigkeitsspielraum als niedrig erlebt werden.
Pro. Dr. Gerhard Lenz, Ärztlicher Leiter des Zentrums für seelische Gesundheit Leopoldau der BBRZ Med GmbH
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Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 18 /2011

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