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Foto: Hartmut910 / pixelio.de
 
Gesundheitspolitik 26. April 2011

Heimdialyse: Schlusslicht Österreich

Beim Weltkongress der Nephrologen in Vancouver präsentierte Dr. Klaus Schuster neue Daten, die Österreichs Umgang mit der Dialyseplanung in keinem guten Licht erscheinen lassen.

Nicht zuletzt aufgrund immer älter werdender Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus steigt die Zahl der Nierenerkrankungen. Die Zahl der Patienten, die einer Dialyse bedürfen, hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Jährlich wächst der Bedarf an Dialysen um sechs bis zwölf Prozent – höchste Zeit also, sich dieser Thematik kritisch zu widmen. Während sich in anderen Ländern die Peritonealdialyse (PD) oder Bauchfelldialyse bzw. andere Heimdialyseformen längst etabliert haben, bleibt in Österreich die Hämodialyse (HD) die weitaus häufigste Form der Blutwäsche.

Dabei kann die PD mit schlagkräftigen Vorteilen aufwarten: Vor allem die Erhöhung der Lebensqualität durch die Vermeidung häufiger Krankenhausaufenthalte, aber auch die sehr effektive, schmerzfreie und dabei schonende Anwendung und nicht zuletzt eine deutliche Kostenersparnis sprechen eine eindeutige Sprache.

Von den derzeit etwa 8.200 heimischen Patienten, die auf eine Dialyse angewiesen sind, nutzen nur etwa 9 Prozent die Peritonealdialyse. Da die Patienten sich in Kooperation mit ihrem Arzt für HD oder PD entscheiden müssen, scheint der Ansatzpunkt für eine Verbesserung klar. Dr. Klaus Schuster, Nephrologe und Regionalmanager der NÖ Landeskliniken-Holding, sieht hier großen Aufholbedarf, der nicht nur Mediziner, sondern auch die Gesundheitspolitik auf den Plan bringen sollte.

Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA Regionalmanager Mostviertel, NÖ Landeskliniken-Holding   Dr. Ernest G. Pichlbauer Unabhängiger Gesundheitsökonom Erika Scharer Landesrätin für Gesundheit und Soziales, Salzburg

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Peritonealdialyse - Österreich hinkt hinterher"
Ziel muss eine Anhebung des Verhältnisses zwischen PD und HD auf 25:75 sein
Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA Regionalmanager Mostviertel, NÖ Landeskliniken-Holding
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Standpunkt 2
"Länder und Kassen sind am Zug"
Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt, dass die PD nicht zweite Wahl ist
Dr. Ernest G. Pichlbauer, Unabhängiger Gesundheitsökonom
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Standpunkt 3
"Verbesserte Rehabilitation durch Heimdialyse"
Wir haben ein Gesamtversorgungskonzept für Nierenpatienten entwickelt
Erika Scharer, Landesrätin für Gesundheit und Soziales Salzburg
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Von Mag. Birgit Weilguni, Ärzte Woche 17 /2011

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