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Gesundheitspolitik 6. April 2011

Höchstwerte zu hoch?

Kritiker fordern Absenkung der Grenzwerte für Radioaktivität in Lebensmitteln.

Aufgrund der Unfälle im KKW Fukushima-Daiichi steigt in Österreich die Sorge vor radioaktiv belasteten Lebensmitteln aus Japan. Die EU reagierte: Am 26. März trat die Durchführungsverordnung 297 in Kraft, die Höchstwerte für Lebensmittel aus Japan für vorerst drei Monate festlegt.

 

In Österreich sind derzeit Befürchtungen um radioaktive Lebensmittel aus Japan aufgrund geringer Importe unbegründet, die EU-Höchstwerte geben aber zu denken: Sie sind bis zu 500-fach höher als die Grenzwerte nach dem Unfall in Tschernobyl, die bis zum EU-Beitritt in Kraft waren. „Der Cäsium-Höchstwert für Gemüse lag in Österreich bis 1995 bei 111 Bq/kg. In Japan beträgt er derzeit 500, in der EU-Verordnung 1.250 Bq/kg. In drei Monaten könnte damit durch den Konsum von Milch, Gemüse und Trinkwasser eine Dosis von fast vier mSv erreicht werden, was den EU-Dosisgrenzwert für Strahlung aus künstlichen Quellen von 1 mSv pro Jahr deutlich übersteigt“, so Mag. Gabriele Mraz, Strahlenschutzexpertin am Österreichischen Ökologie-Institut. „Wir fordern, dass sich Österreich im Sinne eines vorsorgenden Strahlenschutzes für eine Absenkung der Höchstwerte in der EU einsetzt.“ EU-Kommissar Günther Oettinger kündigte nun eine Überprüfung an und stellte eine eventuelle Verschärfung der Grenzwerte in Aussicht.

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