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Foto: ©iStockphoto.com/RBFried
Stigmatisierung hat gesundheitsgefährdende Folgen.
 
Gesundheitspolitik 30. März 2011

Diskriminierung von Dicken bekämpfen

Die Gesundheit von stark übergewichtigen Menschen hängt auch davon ab, wie sie von ihrem Umfeld behandelt werden. Fühlen sie sich dauerhaft diskriminiert, werden sie eher krank, als wenn sie sozial akzeptiert sind.

„Adipöse internalisieren oft das Stigma, dem sie ausgesetzt sind. Der dadurch empfundene Stress begünstigt andere Krankheiten“, so Studienleiter Markus Schafer von der amerikanischen Purdue University (West Lafayette, IN). Die Forscher untersuchten Daten von 1.500 Erwachsenen, bei denen sie 1995 und 2005 den BMI, den Gesundheitszustand und den subjektiven Eindruck von Diskriminierung aufgrund ihres Gewichts erhoben hatten. Wie erwartet, hatte sich die Gesundheit nach zehn Jahren bei Adipösen mehr verschlechtert als bei Menschen ohne Übergewicht. Elf Prozent der leicht und 33 Prozent der stark Adipösen gaben an, dass sie häufig Diskriminierung erlebten. Bei diesen beiden Gruppen war die Verschlechterung viel deutlicher ausgeprägt als bei den Adipösen, die kaum Diskriminierung erlebten. Dies zeigte sich bei körperlichen Leistungen wie Stiegensteigen oder dem Tragen von Einkaufstaschen, jedoch auch in der Prävalenz von Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herzproblemen. Die Studienautoren fordern daher, dass die Diskriminierung der Dicken bekämpft werden müsse, ähnlich wie es ja bereits bei Benachteiligung aufgrund der Hautfarbe oder des Geschlechts geschehe.

Schafer, M. H.; Ferraro, K. F.: Social Psychology Quarterly 2011; 74 (1): 76–97; doi:10.1177/0190272511398197

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