zur Navigation zum Inhalt
Foto: Fotomedia
Prof. Dr. Ernst Singer, Stellvertretender Vorsitzender des Forums der österreichischen Ethikkommissionen
 
Gesundheitspolitik 4. März 2009

Genauere Forschung zu Medikamenten für Kinder ist wichtig.

Zunächst: Es gab auch in den vergangenen Jahren klinische Studien an Kindern – ein Schwerpunkt ist der onkologische Bereich. Es gibt für dieses sensible Feld viele strenge Auflagen. Ausführlich behandelt wird etwa das Thema Aufklärung: Sowohl Kinder ab acht Jahren als auch deren Eltern müssen der Teilnahme an einer Studie zustimmen und können dies jederzeit wieder rückgängig machen.

Dass vermehrt klinische Studien an Kindern gefördert werden, ist ein wichtiger Trend, denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die nur niedrigere Dosierungen brauchen. Erleichtert werden Studien nun auch dadurch, dass bisher der individuelle Nutzen aller an einer Studie beteiligten Kinder ein Muss war – nun wurde die Formulierung auf den „Nutzen aller von der Krankheit betroffenen Kinder“ erweitert. Das hatte bisher dazu geführt, dass es oft keine Kontrollgruppe mit Standardtherapie gab – die Ergebnisse waren also schlecht abgesichert.

Dass große Pharmafirmen verstärkt klinische Tests etwa in Ländern der Dritten Welt durchführen werden, weil dort die Auflagen nicht so streng und die Kosten deutlich niedriger sind, trifft nur teilweise zu. Denn es wird etwa auf europäischer Ebene eingefordert, dass ein gewisser Prozentsatz der Teilnehmer einer Studie aus dem Lebensraum kommen muss, wo dann das betreffende Medikament zum Einsatz kommen wird. Eben damit auch die Gegebenheiten und Rahmenbedingungen vor Ort bei der Entwicklung berücksichtigt werden. Weiters ist zu sagen: Es wird im Normalfall streng kontrolliert, wie eine Studie durchgeführt wird – wenn durch fahrlässiges Handeln Kinder zu Schaden kommen oder sterben, wäre das natürlich ein Skandal, der sofort entsprechende Konsequenzen haben müsste.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Ärzte-Woche-Standpunkte:
Medikamententests an Kindern

 Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Foto: Fotomedia

Prof. Dr. Ernst Singer Stellvertretender Vorsitzender des Forums der österreichischen Ethikkommissionen

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben