zur Navigation zum Inhalt
Foto: istockphoto.com / hidesy
 
Gesundheitspolitik 16. März 2011

Qotenregelung in der Medizin

Zurzeit diskutiert halb Europa über Sinn und Unsinn von Frauenquoten in Führungspositionen. Was halten österreichische Medizinerinnen von Quotenregelungen?

Den Anlass für das politische Revival um Quotendiskussionen lieferte EU-Justizkommissarin Viviane Reding mit ihrer Androhung, 2012 verpflichtende Frauenquoten für Aufsichtsräte börsenotierter Unternehmen einzuführen, sollte auf freiwilliger Basis keine Besserung in Sicht sein. Am heftigsten wird das Thema derzeit in Deutschland debattiert, am österreichischsten hierzulande. Man setzt ganz auf Freiwilligkeit – oder allerhöchstens auf sanktionsfreie Verpflichtungen. Nun sind Quotenregelungen bestimmt kein elegantes Mittel zum Zweck. Bis dahin sind sich Männer und Frauen einig.

Fast genauso einig sind sie sich aber auch darin, dass Quoten einen unschätzbaren Vorteil haben: sie wirken. Das zeigen zahlreiche internationale Beispiele, etwa Norwegen. Das österreichische Gesundheitssystem ist aus Gender-Sicht ein Spiegelbild der Arbeitswelt – in den unteren Ebenen steigt der Frauenanteil stetig an, aber irgendwo im Mittelbau ist dann plötzlich Endstation.

Ob es an den Rahmenbedingungen liegt, am weiblichen Karriereplan oder vielleicht doch an einem „männlichen Aufstiegsfilter“, ist ungeklärt. Jedenfalls spricht sich die Mehrheit der Frauen für Quoten aus, während Männer eher abblocken, zumindest inoffiziell. Wer will schon politisch unkorrekt sein? Vielleicht ist das auch der Grund, warum es trotz zahlreicher Anfragen nicht gelungen ist, einen männlichen Top-Manager aus dem Gesundheitsbereich mit Personalverantwortung zu einem Kommentar zu „überreden“. Terminprobleme, Sie wissen schon…

Prof.in. Dr.in Karin Gutierrez-Lobos Dr.in Elisabeth Stubenberger Mag.a Dr.in Edith Schratzberger-Vécsei

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Quoten und mehr"
Im Verlauf der Karriere setzt ein geschlechtsabhängiger Segregationsprozess ein.
Prof.in  Dr.in  Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin für Personalentwicklung und Frauenförderung, Medizinische Universität Wien
> Standpunkt lesen

Standpunkt 2
"Strukturen ändern statt Quoten"
Eine gesetzlich vorgeschriebene Quotenregelung in der Chriurgie unterstützt uns Frauen nicht.
Dr.in Elisabeth Stubenberger, Fachärztin für Unfall-, Allgemein- und Thoraxchirurgie, Initiative
> Standpunkt lesen

Standpunkt 3

"Quote als Gegenmaßnahme"
Eine Quotenregelung bringt ja nicht unbedingt unfähige Frauen in Spitzenpositionen.
Mag.a Dr.in Edith Schratzberger-Vécsei Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
> Standpunkt lesen

 

 

 

Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 11 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben