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Kurt Langbein, Medizinjournalist, Sachbuchautor und Dokumentarfilmer
 
Gesundheitspolitik 3. März 2009

Behandlungsqualität kommunizieren

Die Zahl der im Spital behandelten Patienten beeinflusst auf lange Sicht die erreichbare Behandlungsqualität. Das zeigen internationale Studien. Große öffentliche Häuser erreichen ausreichende Fallzahlen. Weil Privatkliniken aufgrund ihrer geringeren Größe nur eine geringere Anzahl von Eingriffen durchführen können, ist dies eher ein negativer Trend. Dazu kommt: Private Spitäler haben oft nicht Labor und diagnostische Radiologie rund um die Uhr zur Verfügung, wie das in den großen öffentlichen Zentren selbstverständlich ist. Das ist aber oft lebenswichtig, wenn es Komplikationen gibt.

Es muss die kritische Frage erlaubt sein: Liegt der Fokus eines Belegarztes nicht eher dort, wo mehr Geld zu verdienen ist? Setzt er sich im öffentlichen Teil seiner Arbeit genauso engagiert mit den Patienten auseinander? Oder geht es um den Blick auf die eigene Geldtasche und damit eine Verlagerung der Aufmerksamkeiten auf die privaten Patienten, die vielleicht auch insgesamt weniger „Schwierigkeiten“ machen?

Insgesamt wäre wichtig, dass Spitäler – öffentliche und private – öffentlich über die jeweils erreichte Behandlungsqualität kommunizieren. Erfahrungen aus den skandinavischen Ländern zeigen, dass es genug Parameter gibt, die Qualität gut sicht- und damit vergleichbar machen. Dazu kommen die wachsenden Möglichkeiten durch e-Health, Behandlungsabläufe längerfristiger zu verfolgen. Ich glaube, es geht dann nicht um die Frage, wer sich welche Qualität von Behandlung leisten kann. Denn teilweise – auch das lässt sich in internationalen Studien gut belegen – ist die Qualität in einem öffentlichen spezialisierten Zentrum besser. Denn dieses hat oft mehr Routine und die deutlich bessere Ausstattung – auch wenn es um den Umgang mit nicht planbaren Zwischenfällen geht.

Durch genauere Informationen können auch die Patienten selbst besser entscheiden, wo und von wem sie behandelt werden möchten.

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Gut gebuchte Privatkliniken

 

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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