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Foto: pixelio.de / Dieter Schütz
Hotelähnliche Krankenhäuser in idyllischer Umgebung und mit persönlicher Zuwendung. Die Behandlungsqualität kann im weniger luxuriösen Ambiente eines spezialisierten öffentlichen Krankenhauses nichtsdestotrotz besser sein.
 
Gesundheitspolitik 3. März 2009

Gut gebuchte Privatkliniken

Auch öffentliche Spitäler versuchen verstärkt, „Klassepatienten“ anzusprechen.

In den privaten Krankenanstalten Österreichs werden aktuell jährlich etwa 87.000 Patienten und Patientinnen betreut. Diese verbringen in Summe rund 450.000 Tage in den insgesamt 44 österreichischen Privatkrankenhäusern. Laut weiteren aktuellen Daten des Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds (PRIKRAF) steigen die Patientenzahlen – nach einem leichten Rückgang im Jahr 2005 – bei den privaten Krankenanstalten kontinuierlich an.

Als Gründe für den stetig wachsenden Zustrom an Patienten werden neben der hohen medizinischen Qualität vor allem der spezifische Hotelkomfort in den privaten Krankenanstalten sowie die persönliche und individuelle Betreuung genannt.

Ist die Freude der Wirtschaftskammer Österreich, die in einer Aussendung zu dieser Entwicklung zum Ausdruck kommt, tatsächlich berechtigt? Oder gibt es auch eine Kehrseite dieser Entwicklung zur Privatklinik? Die Fragen, die sich stellen: Warum kommt ein Patient überhaupt auf die Idee, den Weg in ein privates Spital zu gehen? Weil ihn der behandelnde Arzt dazu anregt? Und wenn ja, besteht dann die Gefahr, dass dabei auch Diagnostik und medizinische Leistungen „verkauft“ werden, die eigentlich gar nicht nötig sind? Spannend sind wohl ebenso die vermuteten oder tatsächlichen Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Häusern. Auf einen weist der PRIKRAF hin: Für die gleiche medizinische Leistung gibt es je nach Bundesland um etwa 30 bis 50 Prozent weniger für die privaten Betreiber an Mitteln aus der Sozialversicherung für deren Versicherte als für landesfondsfinanzierte öffentliche Krankenanstalten. Ist die Forderung nach „gleichem Entgelt für gleiche Leistung“ berechtigt?

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Ärzte-Woche-Standpunkte:
Foto: pixelio.de / Dieter Schütz

Hotelähnliche Krankenhäuser in idyllischer Umgebung und mit persönlicher Zuwendung. Die Behandlungsqualität kann im weniger luxuriösen Ambiente eines spezialisierten öffentlichen Krankenhauses nichtsdestotrotz besser sein.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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