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Gesundheitspolitik 8. März 2011

Pflegefinanzierung: Was ist uns das Altern wert?

Der Arbeitsmarkt für Pflegepersonal folgt einem Paradoxon: Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal steigt, gleichzeitig sinken die Gehälter und die Arbeitsbedingungen werden schlechter.


Das Arbeitsmarktservice gab kürzlich bekannt, dass rund 7.000 Fachkräfte im Bereich der Pflege fehlen. Sowohl in Spitälern als auch in Pflegeorganisationen ist gutes Personal schwer zu finden, denn die Bezahlung entspricht bei weitem nicht der Qualifikation. Speziell in der Langzeitpflege und in der mobilen Hauskrankenpflege herrscht ein hoher Bedarf an Pflegekräften, und gerade hier sind die Karrierechancen besonders trist. Das machten auch die jüngst geplanten Änderungskündigungen im Verein Sozial Global, die für die Mitarbeiter alles andere als sozial anmuteten, deutlich.

Sie haben einmal mehr gezeigt, dass zur Absicherung hochwertiger Pflege- und Betreuungsleistungen ein langfristiges Finanzierungskonzept dringend nötig ist. Und daran wird fieberhaft gearbeitet: ein Pflegefonds soll die nötige Basis schaffen. Zuversichtlich gibt sich hier Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer, der noch vor dem Sommer eine Lösung als „sehr realistisch“ einschätzt. Sozialminister Rudolf Hundstorfer hofft schon zu Ostern auf eine Einigung rund um den Pflegefonds. Die Prognosen wirken aber nur auf den ersten Blick optimistisch, denn bisher ist zumindest die Frage der Finanzierung des Pflegefonds – und um die geht es ja im Kern der Debatte – derzeit noch völlig offen.

Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer hat etwa vom Bund verlangt, dass sich dieser mit knapp 70 Prozent an den zu erwartenden Kostensteigerungen im Pflegebereich bis ins Jahr 2014 beteiligt. Hundstorfer will die Administration des Landespflegegeldes in Bundeskompetenz überführen. Pühringer hingegen möchte die gesamte Pflegegeldabwicklung zur Ländersache machen. 

Frau Natalie Lottersberger Herr Willibald Steinkellner 

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Keine Karriere, keine Motivation"
Der Gehaltsunterschied zwischen diplomierten Pflegepersonal und Pflegehelfern ist zu gering.
DKGS Natalie Lottersberger, Forum Freiberufliche Pflege
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Standpunkt 2
"Soziale Arbeit ist mehr wert!
Die Beschäftigten in der Pflege leisten wichtige Arbeit. Die Einkommen sind im Vergleich zur Leistung zu niedrig.
Willibald Steinkellner, Stellvertretender Gewerkschaftsvorsitzender vida - Sektion soziale, persönliche Dienste, Gesundheitsberufe
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Mag. Renate Haiden , Ärzte Woche 10 /2011

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