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Foto: photos.com
Geht es nach Österreichs Unfallchirurgen, sollten beim Radfahren viel mehr Helme getragen werden.
 
Gesundheitspolitik 2. März 2011

Wie ein Köpfler aus 2,5 Meter auf Beton

Unfallchirurgen: Helmpflicht für Kinder beim Radfahren ist längst überfällig.

Die Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU) begrüßt und unterstützt das von Verkehrs- und Infrastrukturministerin Doris Bures vorgestellte Verkehrssicherheitspaket für radfahrende Kinder. Aus Sicht der Unfallchirurgen ist jede Maßnahme zum Schutz vor schweren Verletzungen – im Falle von Radfahrern meist Kopfverletzungen – zu begrüßen.

 

„Wenn auch nur ein Kind davor bewahrt werden kann, mit bleibenden Hirnschäden ein Pflegefall zu werden, ist diese Helmpflicht schon ein Erfolg“, formuliert es Prim. Dr. Harald Hertz, Leiter der Unfallchirurgie am UKH Lorenz Böhler. „Ein Sturz eines Kindes mit 25 km/h entspricht einem Köpfler von 2,5 Metern direkt auf Beton. Aus medizinischer Sicht ist daher das Tragen von Helmen beim Radfahren, insbesondere bei Kindern, schon längst überfällig. Dabei spielt es für uns Ärzte keine Rolle, ob die Pflicht bis zum Alter von zehn, zwölf oder 14 Jahren gilt: das Wichtigste ist, dass ein erster Schritt gesetzt wird.

Die Verletzungsmuster reichen von kleinen Wunden am Kopf bis zu Gehirnerschütterungen und sogar Schädel-Hirn-Trauma. Laut den Unfallchirurgen leben Radfahrer in Wien auch gefährlicher als motorisierte Zweiradfahrer.

Darüber hinaus appellieren die Unfallchirurgen an die Verantwortung und Vorbildfunktion von Eltern und erwachsenen Begleitpersonen. Sie sollten in Begleitung von radfahrenden Kindern selbst einen Kopfschutz tragen.

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