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Gesundheitspolitik 2. Februar 2011

Die Besten finden – aber wie?

Die Auswahlverfahren der medizinischen Unis sind streng. Ob sie immer die geeignetsten Kandidaten hervorbringen, ist umstritten. Wie viel Potenzial geht der Medizin dadurch jährlich verloren?

In diesen Tagen starten die neuen Aufnahmeverfahren an den medizinischen Universitäten. Noch bis 20. Februar können sich Bewerber anmelden, die Aufnahmetests finden dann parallel an allen drei Hochschulen am 8. Juli statt. Im vergangenen Jahr bewarben sich mehr als 10.000 Kandidaten um einen der 1.500 Studienplätze an den MedUnis in Wien, Innsbruck und Graz. Also nur jeder siebente Bewerber ergatterte am Ende auch einen Studienplatz.

Ziel der Auswahlverfahren ist nicht nur, die fachlich Besten herauszufiltern, sondern auch diejenigen, die eine entsprechende Motivation und das für das Studium und die spätere Praxisausbildung notwendige Durchhaltevermögen mitbringen. Ob die in den Auswahlprozessen angewandten Methoden gut genug sind, wird ebenso diskutiert wie der Umstand, dass sich die Verfahren an den einzelnen Unis doch erheblich unterscheiden. Während Wien und Innsbruck auf den internationalen EMS, den Eignungstest für das Medizinstudium, vertrauen, hat Graz seit 2006 ein selbst entwickeltes Auswahlverfahren etabliert, das auch dem Thema Sozialkompetenz entsprechende Aufmerksamkeit widmet.

Namhafte Bildungsexperten fordern außerdem neben Quotenplätzen für österreichische Studenten auch solche für medizinisch bzw. pflegerisch bereits „vorbelastete“ Bewerber, die ein Studium im zweiten Bildungsweg anstreben.

Spiel_  Reibnegger_  Mallinger_ 

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Quotenplätze für Quereinsteiger sind nötig"
Wie benötigen dringend Ärzte mit hoher sozialer Kompetenz, die Patienten gut ansprechen können.
Prof. Mag. DDr. Christiane Spiel Vorstand des Instituts für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation an der Universität Wien
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Standpunkt 2
"Grazer Erfolgsmodell bringt mehr positive Absolventen"
Graz hat kein ausländisches Auswahlverfahren zugekauft, sondern ein eigenständiges entwickelt.
Prof. Mag. Dr. Gilbert Reibnegger Vizerektor für Studium und Lehre, Medizinische Universität Graz
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Standpunkt 3
"EMS testet relevante Fähigkeiten für das Medizinstudium ab
Ein Gender-Gap ist virulent. In der Schweiz und in Deutschland ist er nicht bzw. geringer ausgeprägt.
Prof. Dr. Rudolf Mallinger Vizerektor für Studium und Lehre an der Medizinischen Universität Wien
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Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 5 /2011

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