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Foto: ©iStockphoto.com/jhorrocks / zothen / Ärzte-Woche-Montage
 
Gesundheitspolitik 25. Jänner 2011

Wie viel „digital“ ist noch gesund?

Über die Macht der elektronischen Datenkontrolle.

Computer statt Hausarzt?

Ärzte wehren sich gegen neue Maßnahmen der e-Medikation, die ihrer Ansicht nach zu einer verschärften Computerbürokratie führen.

"Dem Patienten dient diese Maßnahme kaum, umso mehr hingegen den Controllern des staatlichen Gesundheitssystems, die mit den gespeicherten Daten bereits die Basis für künftige Medikamenten-Rationierungen legen", warnt der Hausärzteverband.  Das jüngste Kind der Gesundheitsreform, die E-Medikation, schafft nach Ansicht der Mediziner neuerlich großen Aufwand und nutzlose Bürokratie, trägt aber keinesfalls zur Entlastung des Arztes von administrativen Tätigkeiten bei. Jedes verordnete Medikament wird – so die jüngsten Pläne – künftig über einen zentralen Rechner laufen müssen, ehe es als Rezept ausgehändigt werden kann.

Neben der Kritik warten die Ärzte auch mit handfesten, erprobten Alternativen auf, wie etwa Prof. Dr. Andreas Sönnichsen, Institutsvorstand an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg, mit „Electronic Decision Support“. Hier dient der Computer primär als Gedächtnisstütze für den Arzt – auf Basis der kompletten Patientendaten und individuell sinnvoller Behandlungsleitlinien.

Dadurch wird der Arzt entlastet und es entstehen Freiräume für das Gespräch mit dem Patienten. Diese Systeme können auch elektronische Rezepte erstellen und Daten bei Bedarf auf einem portablen Datenträger weiterreichen. Die Datenhoheit bleibt dabei aber stets beim Patienten und seinem behandelnden Arzt.

Foto: Hausärzteverband husek 

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Wenn Daten online stehen, ist automatisch auch dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet",
Dr. Wolfgang Geppert Vizepräsident des Österreichischen Hausärzteverbandes
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Standpunkt 2
"Wenn jeder Klick nur Zeit kostet, dann unterstützt das unseren Arbeitsalltag nicht."
Dr. Christian Husek Arzt für Allgemeinmedizin, Wien
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Standpunkt 3
"Eine Arzt-Patientenbeziehung entspricht in ihrer Dynamik nicht einer Geschäftsbeziehung."
Dr. Hans G. Zeger Obmann ARGE Daten, Mitglied des Datenschutzrates im Bundeskanzleramt
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Mag. Renate Haiden, Ärzte Woche 4 /2011

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