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Prof. Dr. Éva Rásky, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Medizinischen Universität Graz
 
Gesundheitspolitik 18. Februar 2009

Massenscreenings bräuchten höchste Qualität.

Randomisierte Studienergebnisse aus Schweden weisen eine Reduktion der Brustkrebsmortalität durch Massenscreening um 21 Prozent aus. Eine Metaanalyse von Studien zum Thema zeigt, dass eine Reduktion um 15 Prozent möglich ist: Eine von 2.000 eingeladenen Frauen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren gescreent wurden, hat dadurch eine Lebensverlängerung. Dafür werden zehn gesunde Frauen als Brustkrebspatientinnen diagnostiziert und – unnötig – behandelt. Die Abklärung dieser Mammografieergebnisse verursacht Kosten, und es gibt Arbeiten, die schätzen, dass es in diesem Zeitraum ein bis zwei Brustkrebstote aufgrund der Strahlenbelastung gibt.

Je weniger Qualitätssicherung im Massenscreening erfolgt, desto höher sind die Kosten. Wichtig wäre, dass das Röntgenbild durch zwei Fachärzte analysiert wird. Röntgenologen sollten Mammografien nur dann durchführen dürfen, wenn sie eine Zusatzqualifikation aufweisen und mindestens 5.000 Befundungen im Jahr durchführen und sich zudem regelmäßig weiterbilden. Nötig sind auch Leitlinien für die Abklärung, die Schaffung von Brustzentren sowie die Dokumentation und Analyse der Ergebnisse.

Von der EU wird ein Mammografie-Massenscreening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren empfohlen. Festgelegt wurden Qualitätsrichtlinien, unter anderem, dass über 70 Prozent der eingeladenen Frauen das Screening in Anspruch nehmen sollten, und dies dokumentiert wird. Also über Jahrzehnte auch Ergebnisse der Mammografien und der Abklärung. Aufgrund des Datenschutzes gibt es noch Probleme für eine solche zentrale Erfassung und Auswertung persönlicher Daten, ganz abgesehen von den nötigen finanziellen und personellen Ressourcen.

Diese Investitionen könnten genauso gut in andere Bereiche wie etwa eine verbesserte Vorsorge investiert werden.

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Brustkrebs-Massenscreening

 

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Prof. Dr. Éva Rásky Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Medizinischen Universität Graz

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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