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Prof. Dr. Michael Fuchsjäger, Leiter des Arbeitskreises Mammadiagnostik der Österreichischen Radiologischen Gesellschaft
 
Gesundheitspolitik 18. Februar 2009

Ziel: Umsetzung von flächendeckendem Mammografie-Screening

In vielen europäischen Ländern gibt es seit Jahren flächendeckende Angebote zum Mammografie-Screening. Untersuchungen zeigen, dass die Mortalitätsrate bei Frauen zwischen 50 und 70 um bis zu 30 Prozent gesenkt werden kann. Durch Früherkennung kann auch die Lebenserwartung und -qualität betroffener Frauen verbessert werden.

In Österreich ist unter Zusammenarbeit des Österreichisches Bundesinstituts für Gesundheitswesen (ÖBIG) und den Fachgruppen ein flächendeckendes Mammographie-Screening geplant, zu dem Frauen zwischen 50 und 70 eingeladen werden sollen. Die Ergebnisse der Pilotprojekte zeigen, dass mit regelmäßigen Einladungen die nötige Teilnahmerate erreichbar ist. Natürlich wird auf die österreichische Situation mit Einbeziehung der niedergelassenen Radiologen unter strenger Qualitätssicherung eingegangen werden.

In Österreich gibt es über 200 Ordinationen, Röntgeninstitute und Spitäler, die das Qualitätszertifikat Mammadiagnostik tragen, das vor vier Jahren von der ÖRG und der Bundesfachgruppe Radiologie der ÖÄK (BURA) entwickelt wurde. Die Geräteausstattung sowie die personelle Qualifikation der Tätigen entspricht weitgehend den Vorgaben der EU bzw. der European Reference Organisation for Quality Assured Breast Screening and Diagnostic Services (EUREF). Doppel- und ev. Triplebefundung ist sicher wünschenswert, aber auch eine Frage der Finanzierung, wobei hier die Potenziale der Telemedizin genutzt werden können.

Eine gründliche Aufklärung der Frauen vor einer Mammographie ist wichtig. Die Recall-Rate sollte im Screening unter fünf Prozent liegen, die Rate der falsch positiven Befunde muss sehr genau beobachtet werden. Zum Thema unabhängige Aufklärung ist zu bedenken, dass sich viele Frauen einen hohen Servicecharakter wünschen, also eine persönliche Begleitung von der Aufklärung bis hin zur Diagnostik und Planung eventuell nötiger Schritte.

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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