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Gesundheitspolitik 11. Jänner 2011

Aufgebauscht?

Die viel zitierte Kostenexplosion im Gesundheitswesen – gibt es sie wirklich oder dient sie eher dem politischen Zweck, Budgeteinsparungen besser „vermarkten“ zu können?

Kritik an Österreichs Gesundheitssystem gibt es vielerorts. Von zunehmender Zwei-Klassen-Gesellschaft sprechen die einen, von reiner Reparatur- zu Lasten von Präventivmedizin die anderen. Fakten dazu können da wie dort bestätigend beigelegt werden. Jedenfalls zählt das heimische Gesundheitssystem laut internationalen Studien zu den besten, gleichzeitig aber auch zu den teuersten Europas. Die jährlichen Gesundheitskosten betragen in Österreich rund 22 Milliarden Euro. Direkt oder indirekt sind mehr als 400.000 Menschen im Gesundheitssektor tätig, das sind weit mehr als 10 Prozent der Berufstätigen insgesamt. Das heimische Gesundheitssystem ist damit gleichermaßen bedeutendes Wirtschaftssegment, gigantischer Kostenfaktor und einer der größten Arbeitgeber des Landes. Es wird damit nur allzu leicht zum Spielball der Politik in Gemeinden, Ländern und im Bund. Mit dem Argument einer bevorstehenden Kostenexplosion im Gesundheitswesen wird hüben wie drüben im politischen Wettstreit immer wieder argumentiert, unpopuläre Einsparungsmaßnahmen von den Regierenden erklärt und von den Oppositionspolitikern das „Damoklesschwert“ geschwungen. Die Ärzte Woche bat Politiker und renommierte Wissenschaftler um ihre Einschätzung, ob die Kostenentwicklung die langfristige Finanzierung des Systems tatsächlich massiv gefährdet und daher grundlegende Systemänderungen erforderlich sein werden.

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Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Horrorszenarien nur Schachzug"
Renditen von vernünftigen Investitionen werden vernachlässig.
Prof. Dr. Kurt Grünewald Gesundheits- und Wissenschaftssprecher der Grünen
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Standpunkt 2
"Planvoll umbauen statt reagieren"
Demografische Verschiebungen stellen das System auf die Probe.
Dr. Thomas Czypionka Institut für Höhere Studien, Senior Researcher Health Economics and Health Policy
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Standpunkt 3
"Abkehr vom 'Einzelkämpertum'"
Das Motto, "Monetik statt Ethik" darf nicht zum Leitprinzip werden.
Prof. PD Dr. Guido Offermanns Gesundheitswissenschaftler, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
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Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 2 /2011

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