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Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
 
Gesundheitspolitik 12. Februar 2009

Preise in Österreich fast ein Fünftel unter dem EU-Schnitt

In den letzten drei Jahren wurden jeweils etwa 300 Präparate teurer. Für die Hersteller geht es unter anderem auch darum, Größen wie die Inflation sowie steigende Kosten bei Personal und Energie auszugleichen. Bei den von den Kassen bezahlten Medikamenten gibt es so gut wie keine Preissteigerungen – und das über Jahre. Denn der Hauptverband kann diese dann aus dem Erstattungskodex (EKO) herausnehmen.

Wenn nun von Preissteigerungen die Rede ist, trifft dies aktuell etwa auf homöopathische Mittel zu: Ein Hersteller, der etwa zwei Drittel des Marktes beliefert, hat nach vielen Jahren seine Preise erhöht. Wobei es ja ein Mittel oft in bis zu 15 Darreichungsformen gibt, die Erhöhung von einem Mittel sich also vielfach auswirkt. Wird aber die Gesamtproduktion des Herstellers analysiert, ergibt sich eine Preissteigerung von nur zwei Prozent.

Bei den allopathischen Medikamenten wurden in der Mehrzahl Preissenkungen durchgeführt. Die berichtete extreme Steigerung von 88 Prozent betraf ein Präparat, das aus dem EKO herausgenommen wurde – wobei es hier um einstellige Eurobeträge geht.

Werden die Medikamentenpreise insgesamt mit dem Schnitt der EU-Mitgliedsländer verglichen, liegt Österreich 18,6 Prozent unter diesem. Unsere Forderung ist, dass die Preise zumindest an dieses Niveau herangeführt werden.

Wenn von Kostensteigerungen bei Medikamenten die Rede ist, geht es also immer um die steigende Menge: Seit 2005 werden jährlich etwa vier Millionen mehr Medikamente verschrieben. Das liegt auch daran, dass die Altersgruppe 60plus jährlich um etwa 40.000 Menschen zusätzlich wächst. Der pharmazeutischen Industrie ist jedenfalls wichtig, dass Patienten nur die Medikamente bekommen, die sie wirklich medizinisch benötigen – von einem Verkaufen gegen jede Vernunft kann keine Rede sein.

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Österreich: „Land der teuren Pillen“?

 

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Jan Oliver Huber Präsident der Pharmig, des Dachverbands der pharmazeutischen Industrie

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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