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Dr. Otto Pjeta, Österreichische Ärztekammer, zuständig für Medikamentenangelegenheiten
 
Gesundheitspolitik 12. Februar 2009

Vorwiegende Überschrift: „Preissenkung“

Auch aus Sicht der Ärzteschaft ist deutlich zu sagen: Der Versuch des BZÖ, mit Horrorzahlen in Bezug auf die Medikamentenkosten populistisches Kleingeld zu schinden, ist abzulehnen. Wenn wir Ärzte Informationen von den Sozialversicherungen zu Medikamentenpreisen bekommen, lautet die Überschrift fast immer „Preissenkung“ – und sicher nicht „Preissteigerung“.

Dass im Gesundheitswesen die Verschreibung von Medikamenten mit Preissteigerungen zusammenhängt, hat eher damit zu tun, dass in vielen Bereichen auf eine Intensivierung und Verbesserung der medizinischen Betreuung gesetzt wird. So gelten etwa für Bluthochdruck ganz andere Grenzwerte wie noch vor wenigen Jahren. Und auch in anderen Bereichen geht es um die Umsetzung des state of the art – warum sollte jemandem ein Medikament vorenthalten werden? Für die Medikamentenhersteller ist es in Österreich sicher nicht einfach, einen volks- und betriebswirtschaftlich sinnvollen Preis zu erreichen.

Zum Thema OTC ist schon noch zu sagen: In der ärztlichen Therapie spielen diese weniger eine Rolle, sie werden in der Apotheke verkauft bzw. von den Patienten beim Arzt teils massiv nachgefragt. Die Werbeanstrengungen für OTC-Präparate sind unübersehbar.

Zu fordern ist, dass gerade der Hausarzt in seiner Rolle als Koordinator und im Prinzip auch jeder andere verschreibende Arzt gut Bescheid weiß, welche Medikamente sonst verordnet werden. Hier sind gemeinsame Bemühungen sicher noch angezeigt. Dies gilt ebenso für die bessere Koordination und Zusammenarbeit zwischen intra- und extramuralem Bereich.

Zum Thema Arzneimittelsicherheitsgurt: So wie das Pilotprojekt lief, sind keinesfalls alle Apotheken und jedes verkaufte Mittel involviert.

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Dr. Otto Pjeta Österreichische Ärztekammer, zuständig für Medikamentenangelegenheiten

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche

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