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Foto: Buenos Dias/photos.com
In Ungarn, Tschechien oder der Slowakei sind Medikamente oft deutlich billiger, allerdings ist auch das Lohnniveau dort wesentlich niedriger als hierzulande.
 
Gesundheitspolitik 12. Februar 2009

Österreich: „Land der teuren Pillen“?

Kontroversielle Diskussion um Medikamentenpreise.

Schon in der Diskussion um die „Gesundheitsreform“ spielten die steigenden Ausgaben bei den Medikamenten eine zentrale Rolle. Auch der neue Gesundheitsminister kündigte bei seinem Antritt Maßnahmen bei der Gestaltung der Medikamentenpreise an. Laut einer aktuellen Aussendung des BZÖ sollen nun trotz Mehrwertsteuersenkung 877 Medikamente mit Jahresbeginn teurer geworden sein, davon 200 um zehn Prozent und eines um 88 Prozent.

Dazu legte das Gesundheitsministerium folgende Zahlen vor: Vom Dezember 2006 bis Jänner 2007 wurde bei 365 Arzneimitteln der Einkaufspreis erhöht, und dieser gleichzeitig bei 296 gesenkt. Von Dezember 2007 bis Jänner 2008 wurden 308 Medikamente teurer und 184 billiger. Die Apothekerkammer verweist auch darauf, dass insgesamt etwas mehr als 13.000 Medikamente am Markt sind – wobei unterstrichen wird, dass die Preisgestaltung entweder vom Ministerium oder von den Herstellern gesteuert und die Mehrwertsteuerhalbierung unmittelbar an die Konsumenten weitergegeben wird.

Bei einem Vergleich von heimischen Preisen mit solchen in Apotheken in Sopron, Bratislava und Brünn zeigte sich, dass Produkte in diesen Städten bis zu einem Drittel billiger sind. Festgestellt wurde zudem ein Preiswettbewerb zwischen einzelnen Apotheken. Auch rezeptpflichtige Medikamente, die selbst bezahlt werden müssen (z. B. die Pille), sollen anderswo bis zu einem Viertel billiger sein.

Was stimmt nun: Wurden Medikamente in den letzten Jahren oder unmittelbar nach der Halbierung der Mehrwertsteuer deutlich teurer? Und welche Bedeutung haben die Preise tatsächlich für die Entwicklung der Ausgaben im Gesundheitsbereich?

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Foto: Buenos Dias/photos.com

In Ungarn, Tschechien oder der Slowakei sind Medikamente oft deutlich billiger, allerdings ist auch das Lohnniveau dort wesentlich niedriger als hierzulande.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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