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Foto: pixelio.de / Matthias Balzer
Massieren können sie alle, aber nur mit einer bestimmten Qualifikation als Heilmasseur ist ein selbstständiges Arbeiten am und mit kranken Patienten ohne ärztliche Aufsicht auch rechtens. Ob das auch in Zukunft so bleiben soll, darüber gibt es eine heftig
 
Gesundheitspolitik 5. Februar 2009

Alle Masseure, oder was?

Die anstehende Evaluierung des Masseur- und Heilmasseurgesetzes bringt neue Diskussionen.

Die zweijährige Lehre zum gewerblichen Masseur kann im Alter von 17 begonnen werden, daran schließen sich zwei Praxisjahre und eine Befähigungsprüfung an. Seit einer gesetzlichen Neuregelung 2003 ist auch eine Ausbildung zum medizinischen Masseur möglich – diese muss mindestens 1.690 Unterrichtseinheiten umfassen, die Hälfte davon als Praktikum. In beiden Fällen kann eine zusätzliche Aufschulung zum Heilmasseur absolviert werden.

Der Unterschied zwischen den verschiedenen Berufsgruppen liegt im Ausmaß der Berechtigung, kranke Menschen zu massieren. Gewerbliche Masseure dürfen ausschließlich mit gesunden Menschen arbeiten, medizinische Masseure nach ärztlicher Anordnung unter Aufsicht auch mit Kranken. Heilmasseure können nach Zuweisung vom Arzt freiberuflich auch kranke Menschen zum Wohle ihrer Gesundheit massieren.

Bereits bei der Ausarbeitung des neuen Heilmasseurgesetzes gab es heftige Diskussionen, die phasenweise sogar bis zum Hungerstreik eskalierten. Das Gesundheitsministerium hat der „Gesundheit Österreich GmbH/Geschäftsbereich ÖBIG“ den Auftrag erteilt, das bestehende Gesetz zu evaluieren und bis 2011 geeignete Vorschläge für die Weiterentwicklung der Ausbildung und der Bestimmungen für die Berufstätigkeit zu entwickeln. Dabei geht es auch um die Frage der Berufsvertretung.

Unzufriedenheit besteht bei allen drei Berufsgruppen, gepaart mit Uneinigkeit: Teils wird eine Vereinheitlichung der Berufsbilder gefordert, teils eine klarere Abgrenzung. Wichtiges Thema ist außerdem die Art der Regelung der Zusammenarbeit zwischen Arzt, Physiotherapeut und (Heil-)Masseur.


 

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Foto: pixelio.de / Matthias Balzer

Massieren können sie alle, aber nur mit einer bestimmten Qualifikation als Heilmasseur ist ein selbstständiges Arbeiten am und mit kranken Patienten ohne ärztliche Aufsicht auch rechtens. Ob das auch in Zukunft so bleiben soll, darüber gibt es eine heftige Debatte.

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche

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