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Gesundheitspolitik 2. November 2010

Patient sein, Mensch bleiben?

Ethische Fragestellungen erhalten in der medizinischen Diskussion zunehmendes Gewicht. In den Mittelpunkt rückt die Frage: Wird der Patient als Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen, aber auch mit seinen Wünschen und Forderungen in der Medizin entsprechend wahr- und ernstgenommen?

Es liegt bestimmt nicht nur an der herbstlichen Jahreszeit, die zum Innehalten und Nachdenken über Grundlegendes einlädt. Jedenfalls fällt auf, dass gerade jetzt dem Thema Medizin und Ethik besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Prof. Ulrich Körtner vom Institut für Ethik und Recht in der Medizin forderte erst kürzlich in einem Interview von der Kammer ein klares medizinisches Standardethos und das Zulassen von Fremdkontrolle von ärztlichen Leistungen. Studenten fordern mehr ethische Grundsätze in der Medizinausbildung und Ärztekammerpräsident Dorner sieht Ethik ohnehin als das Zukunftsthema für die medizinische Ausbildung, Forschung und Praxis.

Mitte November wird das Symposion Ethik und Medizin von der Ärztekammer und dem Forum Alpbach zum Thema in Wien stattfinden. Dabei werden sich Fragen nach der Verankerung ethischer Grundsätze in den Curricula der medizinischen Universitäten, aber auch nach dem ethischen Verhalten von Medien und der Kommunikationsethik des Arztes in der Patientenbeziehung als roter Faden durch das Programm ziehen. Ethische Herausforderungen spielen also offensichtlich in der Medizin eine immer größere Rolle.

Der medizinisch-technische Fortschritt ist rasant, neue Medikamente und Therapien werden nahezu im Sekundentakt vorgestellt. Nur das zentrale Objekt der Forschung scheint im medizinischen Alltag allzu oft auf der Strecke zu bleiben, der Patient in seiner Individualität und Gesamtheit, als körperliches, geistiges und soziales Wesen mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und Ängsten. Wo also steht der Mensch in der modernen Medizin?

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Die Standpunkte (von links nach rechts)

"Patienten vor vermeintlichen Fehlentscheidungen schützen"
Prof. Dr. Dr. hc Ulrich Körtner Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin

"Ärzte müssen im Bezug auf ihre Fähigkeiten top sein"
Prof. Dr. Herbert Lochs Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck

"Vonseiten der Politik besteht Handlungsbedarf"
Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger Vorstand des Instituts für med. Genetik, MedUni Wien

Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 44 /2010

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