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Gesundheitspolitik 29. Jänner 2009

Auf dem Trockenen

Weil die Geldmittel für die Forschung zunehmend versiegen, wächst die Sorge um den Medizinstandort Österreich.

Gerade in Krisenzeiten sollte in die Forschung verstärkt investiert werden, betonen viele Wissenschafter. Die Mediziner schließen sich der Forderung nach mehr Finanzmitteln an.

Nach den Organisationen der österreichischen Forschungsförderung, dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung und der Universitätenkonferenz appelliert auch die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) an die Bundesregierung, die öffentlichen Mittel für Forschung deutlich zu erhöhen. Dass wichtige Institutionen der Forschungsförderung wie der FWF oder die Österreichische Akademie der Wissenschaft derzeit finanziell praktisch auf dem Trockenen säßen, verheiße auch für den Medizin-Standort Österreich „nichts Gutes“, warnt ÖÄK-Präsident Dr. Walter Dorner. Es müsse eine deutliche Steigerung der Mittel über den Ausgleich für die entfallenen Studiengebühren geben, forderte er im Vorfeld der aktuellen Budgetrunde. Angesichts der Konjunkturkrise sei es notwendig, die öffentlichen Investitionen in Wissenschaft und Forschung anzukurbeln, statt auf Sparflamme zu halten. „Sonst verlieren wir eine ganze Generation Wissenschaftler, die abwandern.“

Aktuell hat Österreich das selbstgesteckte Ziel einer Forschungsquote von drei Prozent vom BIP noch nicht erreicht. Der Wert für das vergangene Jahr betrug laut Statistik Austria 2,63 Prozent und liegt damit noch unter dem für 2010 angestrebten Zielwert.

Forschung muss planbar sein

Die medizinische Forschung ist besonders auf öffentliche Mittel angewiesen, da ein hohes Ausmaß an Grundlagenforschung stattfindet, welche Kontinuität in der Planung benötigt. Durch eine höhere Bereitstellung öffentlicher Gelder können Abhängigkeiten der medizinischen Forschung von den Drittmitteln der Industrie vermieden werden. Die finanziellen Verflechtungen mit der Pharmaindustrie haben zuletzt für Kritik in der Öffentlichkeit gesorgt. „Ohne diese Hilfen hätten wir den medizinischen Forschungsstandort Österreich aber angesichts der finanziellen Zurückhaltung des Staats schon schließen können“, erklärt Dorner.

Zusätzliche Mittel werden auch benötigt, da die Bundesregierung plant, die Zahl der Studienplätze im Bereich Medizin auszudehnen. „Das wird ohne eine Erhöhung der Ausgaben nicht gehen“, warnt Dorner. „Die Medizinuniversitäten und das Medizincurriculum wurden eben erst mit großen Hoffnungen reformiert. Nun darf die Regierung sie und die anderen Universitäten nicht im Regen stehen lassen.“

ÖÄK / IS, Ärzte Woche

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