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Gesundheitspolitik 27. Oktober 2010

Verhandlungen unterbrochen

Zu einer bedrohlichen Situation kommt es möglicherweise schon bald für alle privatkrankenversicherten Patienten in Wien: Vor wenigen Minuten sind die Verhandlungen zwischen Ärztekammer und dem Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs, Sektion Krankenversicherung (VVO), völlig überraschend unterbrochen worden. Grund war die Infragestellung des Verhandlungsmandats der Ärztekammer seitens der Versicherungen. Sollte es in den nächsten Wochen zu keiner Einigung kommen, droht ab 15. November dieses Jahres ein vertragsloser Zustand.

Versicherungen wollen direkt mit den Spitälern verhandeln

In der heutigen, an sich routinemäßigen, Verhandlungsrunde haben die Vertreter des VVO - zu ihnen gehören die Allianz-Elementar, Donau, Generali, Merkur, Uniqa, Call direct, Muki sowie Vienna Insurance Group - unerwartet das Ansinnen gestellt, zukünftig nicht mehr mit den Ärzten über die Honorare verhandeln zu wollen, sondern direkt mit den Spitälern.

Für Ärzte nicht akzeptabel

"Da einzelne Versicherungen auch Träger von Krankenanstalten sind, hieße das nichts anderes, als dass die jeweilige Versicherung mit sich selbst über die Honorare für die Belegärzte verhandeln kann." Es sei einzigartig in der jüngeren österreichischen Geschichte der Privatkrankenversicherungen, dass freiberufliche ärztliche Honorare von den Krankenanstalten verhandelt werden, und nicht von den Ärztinnen und Ärzten selbst. Das sei für die Ärzteschaft "in dieser Form nicht akzeptabel", betonte der Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres.

Zweiwochenfrist

Die Ärztekammer hat nun dem VVO eine Frist von zwei Wochen gesetzt. Szekeres: "Sollte der Verband tatsächlich auf seinem Ansinnen beharren, müssen wir die Verhandlungen gänzlich abbrechen."

Presseaussendung Ärztekammer Wien, Ärzte Woche

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