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Studenten der Med Uni Wien während des Aktionstages vergangene Woche
 
Gesundheitspolitik 25. Oktober 2010

"Schlag ins Gesicht": Medizin-Studenten wehren sich

Die Budgetverantwortlichen haben den Idealfall vor den Regelfall gestellt. Das ist nicht fair. Besonders hart trifft das die Medizin-Studenten. Mit 12 Semester für die Humanmedizin und Zahnmedizin fehlt allen Studenten künftig auch bei schnellem Studieren gerade am Ende die notwendige Unterstützung durch die Familienbeihilfe.

Existenzgrundlage entzogen

"Der klinisch praktisch orientierte Studienplan lässt eine parallele Erwerbstätigkeit vor allem im letzten Studienabschnitt praktisch nicht zu," erklärt Stefan Konrad von der ÖH Medizin Wien. Seine MedUni Graz Kollegin Elisabeth Amberger spricht von einem "Schlag ins Gesicht, da die Senkung des Bezugalters vielen Studierenden österreichweit die Existenzgrundlage entzieht."

Realitätsferner Idealfall

Insgesamt sind nach Auskunft der Österreichischen Hochschülerschaft rund 43.0000 Studenten als über 24-Jährige betroffen. "Die Vorstellung, dass Menschen mit 18 Jahren ein Studium beginnen und dieses dann ungestört abschließen, ist absolut realitstsfern", empört sich Veronika Helfert vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. Es gibt viele Gründe, nicht mit 18 Jahren das Studium zu beginnen: Besucht ein junger Mann zum Beispiel eine HTL, dann maturiert er erst mit 19. Danach folgt der Präsenzdienst. Ein Studium in Mindesstudienzeit ist dann unmöglich. "Ganz zu schweigen davon, dass mit einer Kürzung die Absolvierung unbezahlter Praktika und sonstiger Zusatzausbildungen künftig für die meisten Studierenden unmöglich sein werden", so Helfert.

Wenig Lehrveranstaltungen und lange Wartezeiten 

Nicht einberechnet sind Verzögerungen während des Studiums, für die Studierende selbst nicht verantwortlich sind: So gibt es mit unter nicht genügend Lehrveranstaltungen für alle und die Wartezeiten für Pflichtübungen sind oft lang. "Läppische 80 Millionen Euro können an der miserablen Situation der Unis nicht viel ändern; sie sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein" kritisiert Oona Kroisleitner vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien in einer Presseaussendung.

Massive Gefährdung

Eine Stellungnahme der ÖH Medizin in Graz bringt es auf den Punkt:
"Insgesamt stellt das Budgetpaket eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen für motivierte Studierende von Seiten unserer
Bundesregierung dar und ist in den Augen der ÖH der Medizinischen
Universität Graz eine massive Gefährdung für die ärztliche
Ausbildung, die so nicht hingenommen werden kann."

Nächste Demonstration
am Donnerstag, 28.10. um 16 Uhr vor der Universität Wien
um 18 Uhr folgt beim Wirtschaftsministerium die Abschlusskundgebung

AN/Presseaussendungen ÖH Medizin Graz/Wien

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