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Gesundheitspolitik 19. Oktober 2010

Standpunkte: „Lange warten wir nicht mehr!“

Die österreichische Rektorenkonferenz fordert von der Politik bessere Zugangsregelungen, Studiengebühren und vor allem mehr Geld für die Universitäten. Die Politik spielt auf Zeit und bleibt weiter unverbindlich. Die Rektoren reagieren jetzt ungewöhnlich scharf.

Was die Zugangsregelungen betrifft, sind die Med-Unis innerhalb der österreichischen Universitätslandschaft Privilegierte. Ein offener Zugang für alle ist längst kein Thema mehr. Seite an Seite kämpfen die MedUni-Rektoren mir ihren Kollegen aber in Fragen der zukünftigen finanziellen Ausstattung ihrer Häuser und bezüglich Studiengebühren. Bereits im Mai hat die Rektorenkonferenz die finanzielle Notlage der Universitäten auf höchster Ebene diskutiert.

Jetzt wurde den Rektoren ein weiterer Termin für Ende November in Aussicht gestellt. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die konkreten Budgetverhandlungen 2011 und die Budgetplanungen der folgenden drei Jahre längst abgeschlossen sein werden. Diese Verzögerungstaktik wollen sich die Rektoren nicht mehr länger gefallen lassen. Der Vorsitzende der Rektorenkonferenz, Hans Sünkel, verlangt einen Termin vor dem für Ende Oktober angepeilten Abschluss der Budgetverhandlungen, um die vorgesehenen Kürzungen im Wissenschaftsbereich doch noch zu verhindern. Auch die Hochschülerschaft schließt sich den Forderungen an, um sie auch gleich zu konkretisieren: Wissenschaftsministerin Beatrix Karl möge für 2011 zusätzliche 600 Millionen Euro für die Universitäten zur Verfügung stellen.

Gestern fanden an allen Unis Vollversammlungen statt. Die Lehre wird ausgesetzt. "Auch einen Streik in weiterer Folge schließen wir nicht aus", gibt sich Sünkel kämpferisch.

 Foto: Privat Foto: Jungwirth Foto: Med Uni Graz

In den Standpunkten (von links nach rechts)

"Aufkochende Proteste sind nicht verwunderlich"  - Stefan Konrad, Vorsitzender der Universitätsvertretung und Mitglied des akademischen Senats an der Medizinischen Universität Wien, Studienvertreter Humanmedizin

"Frisches Geld ist ab dem Jahr 2013 möglich" - Dr. Beatrix Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung

"Mehr Geld für die doppelte Aufgabe" - Prof. Dr. Josef Smolle
Rektor der Medizinischen Universität Graz

Von Mag. Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 42 /2010

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