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Foto: MED COMMUNICATIONS
Prof. Dr. Peter Husslein Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde, AKH
 
Gesundheitspolitik 5. Oktober 2010

Änderungen von Seiten der Gemeinde Wien sind erforderlich

Es ist dem AKH in der Vergangenheit gelungen, einen großen Teil der Risikoschwangerschaften und -geburten aus Ostösterreich zu regionalisieren und sich dadurch zum größten Perinatalzentrum Österreichs zu entwickeln. Nur die im AKH vorhandene komplexe Infrastruktur und das hohe medizinische Know-how garantieren die bestmögliche Versorgung von Hochrisikoschwangeren und deren Kindern. Diese hohe Versorgungsqualität lässt sich aber nur durch perfekte Teamarbeit sicherstellen. Eine gestörte Arbeitsatmosphäre, wie wir sie derzeit erleben, birgt bei einer solchen Dichte von Risikogeburten potenziell enorme Gefahren in sich.

Ich identifiziere mich mit den wesentlichen Forderungen der Hebammen und bestehe in diesem Zusammenhang auch auf einer Reihe von Änderungen seitens der Gemeinde Wien: dem Ausgleich der Diskrepanz in der Bezahlung der Hebammen zwischen Wien und den umliegenden Bundesländern, wenn nötig durch die Einrichtung eines Sonderbudgets durch das AKH; der Personalaufstockung nach externer Personalbedarfserhebung unter Berücksichtigung der Spezialkonstellation eines Perinatalzentrums; der Übernahme der Hebammenleitung durch die Abteilung für Geburtshilfe; der Bereitstellung eines ausreichend großen Budgets, um nach der Besetzung der ausgeschriebenen Posten einer leitenden Hebamme des Kreißsaales und einer Oberhebamme eine lang anhaltende Begleitung zur Teamfindung zu finanzieren und der Finanzierung einer PR-Aktion zur korrekten Positionierung der Geburtshilfe im AKH. Alle anderen Forderungen nach technischen Ausstattungen und baulichen Veränderungen sind rasch umzusetzen, stellen aber letztlich nicht den Kern der Forderungen dar. Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten konstruktiv nach Lösungen suchen, um wieder optimale Bedingungen zur Betreuung von Müttern und Kindern im Geburtsbereich des AKH zu schaffen.

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